„Lebensmittelmüll vermeiden“

Gemeinsame Aktion von Kreis und Verbraucherzentrale

Für einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln werben Kreis und Verbraucherzentrale. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis
Für einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln werben Kreis und Verbraucherzentrale. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 20.12.2016
| Zu keiner andren Zeit des Jahres landen so viele Lebensmittel im Müll wie zu Weihnachten. Der Märkische Kreis und die Umweltberatung der Verbraucherzentrale NRW nehmen dies zum Anlass, um auf ihre gemeinsame Aktion gegen „Lebensmittelverschwendung“ hinzuweisen und Tipps zu geben, wie gutes Essen auf dem Teller bleibt und Bares nicht in der Tonne landet. „Im Durchschnitt wirft jeder Bundesbürger im Jahr rund 82 Kilogramm Lebensmittel weg. Das entspricht in etwa zwei vollgepackten Einkaufswagen und einem Geldwert von rund 235 Euro. Aber die wenigsten Lebensmittel, die im Müll landen, gehören dorthin. Wir werfen nicht in erster Linie tatsächlich Verdorbenes weg, sondern Produkte, die uns nicht mehr gut und appetitlich genug erscheinen oder weil wir sie einfach nicht mehr mögen. Das belastet nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern hat auch weitreichende Folgen für die Umwelt und das Klima“, erklärt Horst Peter Hohage, Fachdienstleiter Umweltschutz und Planung Märkischer Kreis.

Warum gerade zu Weihnachten so viel weggeworfen wird hat aus Sicht von Viola Link, Umweltberaterin der Verbraucherzentrale in Lüdenscheid, mehrere Gründe. Bei den Lebensmitteln wird zu den Festtagen meist nicht gespart, schließlich ist Weihnachten ja eines der wichtigsten Feste des Jahres. Oft wird viel zu viel eingekauft, weil die Geschäfte einige Tage geschlossen sind. Der Besuch bei den Verwandten endet mit vollem Bauch, denn da gibt es zusätzlich noch leckere Weihnachtskekse zum Kaffee. Und wenn man dann wieder zu Hause ist, mag man das geplante Abendessen gar nicht mehr essen. So bleibt es nicht aus, dass nach den Fest- und Feiertagen viele Lebensmittel weggeworfen werden. Ziel der gemeinsamen Informationskampagne ist es, so Horst Peter Hohage, aufzuzeigen, wie Ernährung und Klimaschutz zusammenhängen und was jeder Einzelne durch sein Kauf- und Essverhalten dazu beitragen kann, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern.

Dem Märkischen Kreis ist es ein besonderes Anliegen, dass gerade Schulen als Multiplikator dienen. Junge Menschen gilt es frühzeitig für diese Thematik zu sensibilisieren und zu einer kritischen Auseinandersetzung anzuregen. Vor diesem Hintergrund wurde eigens für alle Schulen ab der 9./10. Klasse der Bildungsworkshop „Werkstatt L - Lebensmittelstorys gesucht!“ konzipiert. Hiermit wird Schülerinnen und Schülern die Problematik „Lebensmittelverschwendung“ lebensnah und praktisch näher gebracht. Das Bildungsangebot, das von den Umweltberatern der Verbraucherzentrale durchgeführt wird, ist für die Schulen im Märkischen Kreis kostenlos.

Ergänzt wird dieser Workshop durch die neue Ausstellung „Lebensmittelretter werden – jetzt!“. Ein Teil der Ausstellung befasst sich mit klimarelevanten Aspekten unserer täglichen Ernährung. Ein weiterer Aspekt ist die Wahl der Lebensmittelprodukte. Die Ausstellung eignet sich besonders für den fächerübergreifenden Unterricht. Wie regt zu bewusstem Einkaufen und Essen an und kann so zu einer Änderung des Konsumverhaltens führen. Auch zu Weihnachten könnte ein bewussteres Konsumverhalten dazu beitragen, dass gutes Essen nicht in der Mülltonne landet, sondern stattdessen auf dem Teller bleibt.

„Der Einkauf sollte schon vor dem Verlassen der Wohnung beginnen. Schauen Sie, was sich noch in Ihrem Kühl- und Vorratsschrank befindet. Erstellen Sie einen Menüplan und überlegen Sie dabei genau, welche Lebensmittel Sie hierfür brauchen. Schreiben Sie diese auf eine Einkaufsliste, die Sie dann im Supermarkt gezielt abhaken. So vermeiden Sie überflüssige Spontaneinkäufe“, so Umweltberaterin Link.
Doch nicht nur durch einen cleveren Einkauf lässt sich die Lebensmittelverschwendung verringern. Auch beim Kochen ist es wichtig, mit Plan vorzugehen. Wie viel esse ich wirklich? Wie groß sind die richtigen Portionsgrößen. Sollten doch einmal Lebensmittelreste entstehen, müssen diese nicht zwangsläufig im Müll landen. Oft lassen sich diese zu neuen leckeren Gerichten verarbeiten. Wie das geht, zeigt ein Reste-Rezeptheft mit Vorschlägen zu ihrer geschickten Verwertung. Das Heft gibt es kostenlos online unter http://verbraucherzentrale.nrw/restelos. Einen Portionsplaner mit wertvollen Mengenangaben für Menüs und Buffets stellt die Verbraucherzentrale kostenlos in ihren Beratungsstellen in Iserlohn und Lüdenscheid zur Verfügung.

Informationen zum Angebot gegen die Lebensmittelverschwendung gibt es im Fachdienst 44 - Umweltschutz und Planung - beim Märkischen Kreis, Guido Bartsch unter Telefon 02351/966-6371.

Zuletzt aktualisiert am: 20.12.2016