Wildschweine werden zur Plage

Eine Bache mit ihrem Nachwuchs. Das Schwarzwild macht im Märkischen Kreis zunehmend Probleme. Foto: Dunkel/Märkischer Kreis
Eine Bache mit ihrem Nachwuchs. Das Schwarzwild macht im Märkischen Kreis zunehmend Probleme. Foto: Dunkel/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 12.12.2016
| „Die Wildschweine werden zur Plage“, weiß Manfred Seibel von der Unteren Jagdbehörde beim Märkischen Kreis. „Sie dringen vermehrt in Siedlungen ein, zerwühlen Felder, Gärten und Friedhöfe.“ Das war unlängst auf dem Friedhof in Nachrodt-Wiblingwerde der Fall, auf vielen Feldern auch. Vor Jahren schon war das Schwarzwild bis auf die Lüdenscheider Südstraße gelaufen und sogar in die Polizeiwache Meinerzhagen eingedrungen. Grund für die massive Zunahme des Schwarzwildes sind nicht zuletzt die milden Winter der vergangenen Jahre. Seibel: „Die Tiere leiden nicht mehr unter Nahrungsknappheit oder eisigen Temperaturen. Deshalb sinkt die Frischlingssterblichkeit.“ Das üppige Nahrungsangebot ist ein weiterer Grund für die Zunahme der Population. Und wenn es den Tieren so gut geht, dann vermehren sie sich auch stärker. „Heute ist ein Großteil der Frischlinge bereits im ersten Lebensjahr geschlechtsreif“, so der Fachmann von der Unteren Jagdbehörde.

Wildschweine seien intelligente Tiere. Sie reagieren auf getroffene Maßnahmen. Auch der drastische Anstieg der Abschüsse habe bisher noch nicht zum Erfolg geführt. Manfred Seibel nennt Zahlen: „In den 80er Jahren lag die Strecke bei gut 200 Tieren. Im Jagdjahr 2015/2016 – vom 1. April 2015 bis zum 31. März 2016 – waren es 2.425. Die Anzahl der Abschüsse hat sich fast verzehnfacht.“ Genug Gründe für die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadensvermeidung die Bevölkerung zu sensibilisieren und einige Tipps zu geben.

Folgende Maßnahmen haben sich bewährt:

• Die sachgerechte Entsorgung von Abfällen in kippsicheren Mülltonnen ist besonders wichtig. Mülltonnen lassen sich auch in einfache Verblendungen aus Holz schieben, so dass sie nicht umkippen.

• Die Komposthaufen sollten so angelegt werden, dass sie für Wildschweine nicht frei zu-gänglich sind.

• Wildschweine dürfen niemals im Garten gefüttert werden! Die Tiere verlieren dadurch sehr schnell ihre Scheu vor dem Menschen und können aufdringlich werden. Dies gilt auch für die Frischlinge.

• Ein Garten unterscheidet sich vom Feld durch seine Einfriedung! Wer wald- oder feldnah wohnt, zäumt den Garten am besten mit einem stabilen Festzaun ein. Bei großen Gärten kommen auch mobile Elektrozäune infrage.

• Biotopgestaltung ist wichtig für die Tierwelt! Verwilderte Gärten, Weinberge und Grundstücke in Gemengelage mit genutzten Gärten sind jedoch ein Eldorado für Wild-schweine. In diesen Fällen ist eine Auflichtung von Gesträuch und Gebüsch ratsam.

• Ungenutzte naturnahe Grundstücke verschärfen die Problematik. Sie sollten gemäht -oder gemulcht werden.

• Wichtig ist der Austausch mit den Nachbarn in der Straße und Siedlung. Es gibt immer wieder Fälle, bei denen einige Anwohner sich über Wildschweine freuen und sie eher noch anlocken, während die Nachbarn unter den Wildschäden leiden.

Wie verhalte ich mich richtig?
• Wildschweine ergreifen vor den Menschen normalerweise die Flucht und sind nur dann aggressiv, wenn sie bedrängt werden oder wenn sie ihre jungen Frischlinge in Gefahr sehen. Auch einen noch so süßen Frischling darf man im Garten nicht anfassen.

• Sollten Wildschweine nicht flüchten, oder ein Wildschwein Scheinangriffe durchführen, hilft nur der zügige Rückzug, um die Tiere wieder zu beruhigen.

• Seinen Hund sollte man zurückhalten, weil er den Umgang mit Wildschweinen nicht kennt und leicht verletzt werden könnte.

Weitere Informationen gibt es beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein Westfalen unter www.lanuv.nrw.de. oder telefonisch unter 0228/97755-19.

Zuletzt aktualisiert am: 12.12.2016