Jugendliche wollen mehr Kinos

Kreiskulturausschuss tagte im Balver Rathaus

Vor der Sitzung in Balve traf sich der Kulturausschuss an der "Kleinen Luise" in Balve-Wocklum. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Vor der Sitzung in Balve traf sich der Kulturausschuss an der "Kleinen Luise" in Balve-Wocklum. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 14.09.2016
| Konzerte und Festivals, Open-Air-Veranstaltungen, Discotheken, Kino, Schützenfeste, Veranstaltungen im allgemeinen, Theater und insgesamt „mehr für Jugendliche“: Das wünscht sich die Jugend in Südwestfalen. Festgestellt hat das Prof. Dr. Anne Jacobi vom Standort Meschede der Fachhochschule Südwestfalen in ihrer 88 Seiten umfassenden Studie „Kulturangebote für Jugendliche in Südwestfalen“. Dazu hatte die Professorin 4.151 Jungen und Mädchen sowie junge Erwachsene befragt - 1.005 davon aus dem Märkischen Kreis. Die wichtigsten Aussagen stellte Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper bei der jüngsten Sitzung des Kreiskulturausschusses im Balver Ratssaal vor.

„Die Ergebnisse decken sich weitestgehend mit denen der Studie >>Kulturelle Aktivitäten in Nordrhein-Westfalen<< von IT.NRW“, so Dienstel-Kümper. Interessant: Nur 18,5 Prozent der Jugendlichen halten die kulturellen Veranstaltungen in der Region für nicht ausreichend. Entsprechend kamen die Mitglieder des Kulturausschusses zu der Erkenntnis: „Eigentlich sind wir im Märkischen Kreis ganz gut aufgestellt.“ Es gebe eine Vielzahl von Konzerten, mehrere Kinos, sportliche Großveranstaltungen, jede Menge Schützenfeste, Theaterprogramme auch für jüngeres Publikum.

Prüfen soll die Verwaltung auf Wunsch des Kulturausschusses allerdings, ob es nicht noch mehr Film-Vorführung - vielleicht sogar an ungewöhnlichen Orten - geben kann. Erinnert wurde dabei an die Stummfilm-Vorführung „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ seinerzeit auf der Burg Altena. Die Kreisdirektorin gab in ihrem Vortrag allerdings zu bedenken, dass der Kreis nicht als Konkurrent zu privaten Kino-Betreibern auftreten dürfe.

Rundherum zufrieden zeigte sich Fachdienstleiter Detlef Krüger mit Sommer-Konzert-Saison des Märkischen Jugendsinfonieorchesters (MJO). Die insgesamt acht Gastspiele, davon zwei Schulkonzerte, der 90 Musiker und Sänger besuchten rund 2.200 Zuhörer. Krüger lud schon jetzt die Kulturausschuss-Mitglieder zu den „Winter-Konzerten“ ein. Dann lautet das Motto „MJO trifft Chöre“. Unter anderem sind zwei Auftritte in der Obersten Stadtkirche in Iserlohn sowie ein Gastspiel im Festsaal Riesei in Werdohl geplant.

Einen Rückblick auf die zahlreichen Partnerschaftsaktivitäten in diesem Jahr gab Isabelle Schöneberg, beim Kreis für die Partnerschaften zuständig. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr das 15-jährige Jubiläum der Verbindung mit dem polnischen Kreis Ratibor, die Beteiligung am Kulturtag im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg sowie das Jugend-Feuerwehrprojekt mit Ratibor. Im nächsten Jahr steht das 25-jährige Partnerschaftsjubiläum mit dem Landkreis Elbe-Elster im Focus. Es werde drei gemeinsame Konzerte des MJO mit dem Orchester der Musikschule Elbe-Elster geben. Gefeiert wird auch am 2. September 2017 im Lüdenscheider Kulturhaus.

Vor der Ausschusssitzung im Rathaus hatten sich die Kulturpolitiker an der Luisenhütte in Balve-Wocklum getroffen. Dort inspizierten sie den Ende September vergangenen Jahres eröffneten erlebnisorientierten Technikspielplatz „Kleine Luise“. Dort können die Jungen und Mädchen spielerisch die damaligen Produktionsprozesse in der Hüttenanlage nachempfinden. Das rund 200.000 Euro teure Projekt wurde mit 147.000 Euro großzügig aus Mitteln der Städtebauförderung von Bund, Ländern und Gemeinden im Rahmen des Förderprogramms "Kleine Städte und Gemeinden" unter Federführung des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW unterstützt.

Der erlebnisorientierte Technikspielplatz wurde von den Kreis-Kulturpolitikern auf Herz und Nieren geprüft. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Der erlebnisorientierte Technikspielplatz wurde von den Kreis-Kulturpolitikern auf Herz und Nieren geprüft. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Ausschuss-Vorsitzende Renate Schulte-Fiesel (CDU) und Peter Brunswicker (SPD) wollten es ganz genau wissen. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Ausschuss-Vorsitzende Renate Schulte-Fiesel (CDU) und Peter Brunswicker (SPD) wollten es ganz genau wissen. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 15.09.2016