Minister Remmel zeichnet Märkischen Kreis aus

Hohe Nutzung von Erdwärme wird belohnt

NRW-Umweltminister Johannes Remmel überreicht in Bochum Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper die Urkunde. Foto: EnergieAgentur.NRW
NRW-Umweltminister Johannes Remmel überreicht in Bochum Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper die Urkunde. Foto: EnergieAgentur.NRW

Pressemeldung vom 08.09.2016
| Das war eine freudige Überraschung. NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel prämierte den Märkischen Kreis als Kreis mit der höchsten Zubauquote für Erdwärmenutzung in ganz Nordrhein-Westfalen, bezogen auf die nutzbaren Grundstücke. Das ergab sich aus den Jahresbilanzen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) Nordrhein-Westfalen. Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Gemeinde Schermbeck im Kreis Wesel. Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper nahm in Bochum die Urkunde entgegen. Die Preisverleihung war ein Tagesordnungspunkt der 12. Geothermiekonferenz, welche die EnergieAgentur.NRW gemeinsam mit dem Internationalen Geothermiezentrum (GZB) sowie der WirtschaftsEntwicklungGesellschaft Bochum mbH veranstaltete.

Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper nutzte die Gelegenheit, um auf die weiteren Klimaschutz-Anstrengungen des Kreises hinzuweisen: „Unsere Region ist als Teil eines Mittelgebirges aufgrund der bergigen Topographie nicht unbedingt ein Hot-Spot für Geothermie. Aber: Es ist bei uns im hohen Norden wärmer als im tiefen Süden. Das liegt daran, dass sich im nördlichen Märkischen Kreis die Ruhraue befindet, die nur etwa 100 Meter hoch liegt, während es im Süden auf bis zu 700 Meter hoch geht.“ Deshalb gebe es die hohen und jetzt preisgekrönten Zuwachsraten vor allem im nördlichen Kreisgebiet - und dort insbesondere in Neubaugebieten.

Dienstel-Kümper: „Im Bestand ist das ja immer so eine Sache. Alte Heizkörper und zu niedrige Vorlauftemperatur sind da nur zwei Stichworte. Auch die Errichtung einer solchen Anlage ist schon ein größeres Bauvorhaben. Man muss es schon mögen, wenn bei der Errichtung der Anlage der halbe Garten umgegraben wird.“
Nichtsdestotrotz habe eines der kreiseigenen Berufskollegs eine Geothermieanlage, eine andere Schule eine Kleinwindkraftanlage. Das Kreishaus habe Photovoltaik auf dem Dach sowie ein Blockheizkraftwerk im Keller. Die Kreisdirektorin weiter: „Wir haben ein E-Fahrzeug mit Ladestation und zwei E-Fahrräder und Elektromobilitätstage.“ Sie erwähnte das Solardachkataster, die Windhäufigkeitskarte mit Tabuzonen, die Klimatour des Landrates. „Der Märkische Kreis hat das klimapolitische Ziel der Landesregierung, die Treihausgasimmissionen bis 2020 um 25 Prozent zu reduzieren, bereits erreicht“, konnte Barbara Dienstel-Kümper den Tagungsteilnehmern berichten.

Minister Johannes Remmel: „Aufgrund ihrer Grundlastfähigkeit kann Geothermie beim Umbau der Energiesysteme besonders bei der Nah- und Fernwärmeversorgung großer Ballungsräume eine zentrale Rolle einnehmen. Die Chancen für die Geothermie in Deutschland und NRW sind groß und sie werden Tag für Tag genutzt. Das zeigen nicht nur die vielen erdgekoppelten Wärmepumpenanlagen, die Jahr für Jahr eingebaut werden“. Alleine in Nordrhein-Westfalen sind mittlerweile über 50.000 erdwärmegebundene Wärmepumpen und weitere 80.000 mit anderen Nutzungsquellen installiert. Mittlerweile arbeiten bundesweit rund 670.000 Wärmepumpen.

Dr. Frank-Michael Baumann, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, ergänzte: „Mit der Potenzialstudie Geothermie, die durch das Landesumweltamt LANUV erstellt worden ist, hat NRW eine einzigartige Studie erstellt und hierfür bundesweit, ja sogar durch den Internationalen Geothermie Verband IGA weltweit, Aufmerksamkeit erhalten. Ein weiterer Schritt ist nun die Abfrage des LANUV bei den Genehmigungsbehörden über die jährliche Zubauquote der Erdwärmeheizungen. Auch diese Abfrage ist im Bundesvergleich einzigartig. Wir haben für jede Kommune die aktuellen Zahlen und können somit jederzeit unterstützend tätig werden.“

Zuletzt aktualisiert am: 08.09.2016