"Unterwelten" in Altena: Burgaufzug und Frühgeschichte der Eisenindustrie

Kostenlose Führung durch die Ausstellung "Vom Rennfeuer zum Floßofen. Foto: Klaus Sauerland/Märkischer Kreis
Kostenlose Führung durch die Ausstellung "Vom Rennfeuer zum Floßofen. Foto: Klaus Sauerland/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 18.08.2016
Sagenhaftes und harte Fakten zur Bergbaugeschichte und Metallverarbeitung der Region erleben die Teilnehmer der "Unterwelten" am Sonntag, 11. September, in Altena. Am Tag des Offenen Denkmals bietet der Märkische Kreis kostenlose Führungen zu den sechs Erlebnisstationen im 90 Meter langen Stollen zum Burgaufzug sowie durch die Ausstellung "Vom Rennfeuer zum Floßofen" tief im Untergeschoss des Neuen Palas der Burg.Altena an.

Das Neue Tor zur Burg Altena, wie der Erlebnisaufzug auch genannt wird, ist ein wahrer Publikumsmagnet. Ausgangspunkt ist eine ebenerdige Höhle in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums Schon im Mittelalter existierte die damals nur 20 Meter in den Klusenberg der Flussstadt hineinreichende Höhle. Einst füllte man sie im Winter mit Eis aus der Lenne, um Lebensmittel in den Sommermonaten kühl zu halten. Im 2. Weltkrieg diente sie einem anderen Zweck: Auf 45 Meter Tiefe erweitert, sollte sie bei den drohenden Gefahren als Luftschutzbunker dienen. Mit dem Ziel den Zugang zur Burg von der Innenstadt aus zu erleichtern und ein Erlebnis der besonderen Art zu schaffen, wurde die Idee für den Erlebnisaufzug Burg Altena geboren. 1,5 Jahre lang dauerte es, den Stollen mit Sprengvortrieb auf 90 Meter zu erweitern. Auf dem Weg zum Aufzug wird die Sagenwelt der Region an sechs Erlebnisstationen erlebbar. Im Anschluss geht es in 30 Sekunden zum 80 Meter höhergelegenen Burghof der imposanten Festung. An der Führung um 14 Uhr können maximal 20 Personen teilnehmen.

Wer etwas über die tausendjährige Geschichte der Montanindustrie im Märkischen Sauerland erfahren möchte, sollte sich für eine der Führungen um 15 oder 17 Uhr auf der Burg Altena anmelden. Im Untergeschoss des Neuen Palas zeigt die Ausstellung "Vom Rennfeuer zum Floßofen", wie vom 8. bis ins 13. Jahrhundert in der Region Eisen im direkten Verfahren in Rennfeuern gewonnen wurde. Die ursprünglich eher lokale Eisenproduktion im Umfeld der Burg Altena bekam seit dem 13. Jahrhundert eine auch im europäischen Maßstab große Bedeutung. Mit der Einführung des Hochofens konnten größere Mengen an Eisen und Stahl produziert werden. Diese waren von so hoher Qualität, dass sich im Märkischen Sauerland Drahtrollen etablieren konnten, die im europäischen Vergleich an der Spitze lagen. Die technische Entwicklung lässt sich am besten an Hand der Exponate im Ausstellungsraum nachvollziehen und steht daher im Mittelpunkt einer besonderen Führung, die nur an diesem Tag angeboten wird.

Da die Teilnehmerzahl auf jeweils 20 Personen pro Führung begrenzt ist, sollten sich Interessenten bis zum 2. September beim Fachdienst Kultur und Tourismus des Märkischen Kreises, Kreishaus I Altena, Bismarckstraße 15, 58762 Altena Telefon: 02352/9667045, info@mk-tourismus.de oder http://mk-tourismus.de/tourismusportal/erleben anmelden. Dort ist auch das komplette Programm der "Unterwelten" abrufbar.

Interessante Führungen finden an diesem Tag des Offenen Denkmals auch statt in Iserlohn: Dechenhöhle im Dunkeln (13.30 Uhr), Luftschutzstollen Altstadt (16 Uhr), Katakomben in Iserlohn (ausgebucht); Hemer: Heinrichshöhle und Felsenmeer (jeweils 14 Uhr), Plettenberg: Bleierzgrube „Neu Glück“ (15 und 16:30 Uhr) und im Bergwerkstollen an der Luisenhütte in Balve Wocklum um 11 und um 14 Uhr (nur noch wenige Plätze).

Zuletzt aktualisiert am: 19.08.2016