Kein Güllekataster im Märkischen Kreis

Pressemeldung vom 16.06.2016
| Die Kreisverwaltung hatte in ihrer Stellungnahme deutlich gemacht, dass ein Güllekataster keine Sicherheit vor kriminellen Handlungen bietet. Grund für die Güllekatastrophe in Halver sei kein technischer Defekt am Güllebehälter gewesen sondern eine bewusste Manipulation. Der personelle und finanzielle Aufwand anhand der Bauakten wie von den Grünen gefordert die Standorte und Größe von Güllebehältern zu erfassen, stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen – zumal die Bauaufsicht des Märkischen Kreises nur für 8 von insgesamt 15 Städten und Gemeinden zuständig ist und die Weitergabe privater Daten an Dritte, wie in diesem Fall an einen Wasserverband, ohnehin aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht zulässig sei. Zusätzliche Sicherungsmaßnahmen, die über das geltende Bauordnungsrecht hinausgehen, kann die Bauaufsicht nicht fordern.
Nicht im Bauordnungsrecht sondern im Wasserrecht habe der Gesetzgeber Risikobewertungsverfahren für Gewässer vorgesehen, die durch wassergefährdende Anlagen verursacht werden könnten. "Jeder Talsperrenbetreiber kann bei der zuständigen Bezirksregierung den Erlass einer Wasserschutzzonenverordnung beantragen. Allerdings muss er dann auch die Kosten für eventuelle Nachrüstungen an wassergefährdenden Anlagen oder Nutzungsbeschränkungen übernehmen", erläuterte Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper.

Ihren Jahresbericht der Verbraucherberatung stellten die Umweltberater Viola Link, Michael Lücker (beide in Lüdenscheid tätig) und Bernhard Oberle (Iserlohn) vor. Ein Schwerpunkt bildete 2015 das Thema Abfallvermeidung. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich in Deutschland die sogenannten "Coffee-to-go-Becher". Sie laufen sogar den Plastiktüten den Rang ab. Im Schnitt wirft jeder Deutsche jährlich 130 Einwegbecher weg. Um insbesondere die jungen Verbraucher für die Nutzung von Mehrwegbechern zu sensibilisieren, lobte die Verbraucherberatung unter anderem Gestaltungswettbewerbe im Friederike Fliedner Berufskolleg und im Gertrud-Bäumer Berufskolleg des Märkischen Kreises in Lüdenscheid aus. Auch zum Thema Lebensmittelverschwendung wurden mehrere Aktionen durchgeführt.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Entwicklung der Siedlungsabfälle. Das Abfallaufkommen nimmt von Jahr zu Jahr ab. Das ist auch nicht verwunderlich. da gleichzeitig auch die Einwohnerzahlen sinken. Allein in den letzten fünf Jahren hat sich die Einwohnerzahl von 429.582 auf 414.307 reduziert. Im letzten Jahr betrug das Abfallaufkommen im Märkischen Kreis insgesamt 328.269 Megagramm (794 Kilogramm/pro Einwohner). Das sind 174.303 Megagramm (34,7 Prozent) weniger als im Vorjahr. Die Entwicklung des Abfallaufkommens insgesamt führt dazu, dass der Märkische Kreis rund 7000 Tonnen zu wenig an die Abfallentsorgungsgesellschaft (AMK) in Iserlohn liefert, aber vertragsgemäß dafür zahlen muss.

Zuletzt aktualisiert am: 16.06.2016