Jugendhilfeausschuss tagte im Lüdenscheider Kreishaus

Foto: Derian/Märkischer Kreis
Foto: Derian/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 10.03.2016
| Insgesamt 2953 Kinder werden in den Städten und Gemeinden Balve, Halver, Herscheid, Kierspe, Meinerzhagen, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade und Schalksmühle eine Kindertages-einrichtung besuchen. Davon sind 497 Plätze für die Betreuung von Kindern bis drei Jahren vorgesehen. Über die Tagespflege können zusätzlich bis zu 200 Kleinkinder untergebracht werden. Vorsorglich setzt der Fachdienst Jugendförderung und Kinderbetreuung für die Unterbringung von Flüchtlingskindern in den Städten und Gemeinden zusätzliche Pauschalen von insgesamt 90 Plätzen ein.

Irritiert zeigte sich Fachbereichsleiter Eckehard Beck, dass das Kreisjugendamt von der 2018 bevorstehenden Schließung des Katholischen Kindergartens St. Georg in Halver-Oberbrügge aus der Zeitung erfahren musste. "Das ist kein guter Stil miteinander umzugehen", kritisierte er. Die insgesamt 42 Plätze werden auch weiterhin in Oberbrügge gebraucht. Es laufen bereits Gespräche mit anderen Trägern. Offen sei jedoch noch, ob die bestehende Einrichtung in anderer Trägerschaft weitergeführt oder ein neuer Kindergarten entstehen wird. Fachdienstleiter Matthias Sauerland war zuversichtlich, bald eine passende Lösung präsentieren zu können.

Einen Antrag der Kreisfraktion der Linken zur Neugestaltung der Elternbeiträge für Kindertagesstätten und Offene Ganztagsschulen lehnte der Jugendhilfeausschuss ohne Diskussion mehrheitlich ab. Ziel des Antrags war eine Entlastung der unteren Einkommensgruppe bis 25.000 Euro. Demgegenüber stünden nach Berechnungen der Kreisverwaltung massive Beitragserhöhungen in der 35-Stunden-Betreuung im Einkommensbereich ab 25.000 Euro in Höhe von 20 bis in der Spitze von 36 Prozent gegenüber.

Über die aktuelle Situation unbegleiteter minderjährige Flüchtlinge berichtete Fachdienstleiter Meinolf Hammerschmidt von den Sozialen Diensten. Das Kreisjugendamt betreut in seinem Zuständigkeitsbereich derzeit 61 Flüchtlinge ohne erwachsene Bezugspersonen. Das Durchschnittsalter beträgt etwa sechzehneinhalb Jahre. Deutlich Jüngere sind nur selten dabei. Rund die Hälfte kommt aus Afghanistan, etwa 10 Jugendliche aus Syrien und die übrigen aus diversen Herkunftsländern. Das Betreuungsangebot richtet sich nicht an den klassischen Standards der Jugendhilfe aus sondern an den individuellen Bedürfnissen der Flüchtlinge und ist in erster Linie Integrationsarbeit. Erwünscht ist, dass Menschen mit Migrationshintergrund in die Betreuung der jugendlichen Flüchtlinge einbezogen werden. Dafür will der Märkische Kreis einerseits eine eigene Betreuungseinrichtung schaffen. Andererseits setzt er aber auch zunehmend auf Gasteltern. Hammerschmidt machte deutlich, dass dort die Integration nach bisherigen Erfahrungen sehr schnell Erfolge zeigt. Der Ausschussvorsitzende Stefan Herbel nahm die Gelegenheit wahr und dankte an dieser Stelle ausdrücklich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung aber auch den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in der Flüchtlingshilfe, die sich täglich für die Integration der Flüchtlinge einsetzen.

Zuletzt aktualisiert am: 10.03.2016