Tourismusstrategie wird fortgeschrieben

Schon 80.000 Zugriffe auf Bilddatenbank

Das Wándern bleibt ein Schwerpunkt der Tourismusförderung des Kreises. Foto: Sauerland-Tourismus
Das Wándern bleibt ein Schwerpunkt der Tourismusförderung des Kreises. Foto: Sauerland-Tourismus

Pressemeldung vom 04.03.2016
| Die Fortschreibung der Tourismusstrategie für den Märkischen Kreis war einer der zentralen Tagesordnungspunkte in der Sitzung des Kulturausschusses. Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper erinnerte daran, dass der Kreistag 2010 ein Konzept nach Vorschlag des Gutachters beschlossen hatte. „Es nennt drei Leuchttürme: Die Burg Altena, das Drahtmuseum und die Luisenhütte.“ Das Gutachten habe aber auch vorgegeben, alle touristischen Akteure „mitzunehmen“ und Touristische Arbeitsgemeinschaften zu bilden. „Das ist nicht gelungen, der Einfluss des Kreises ist gering. Die einzige TAG, die es gibt, ist die im Hönnetal“, so Dienstel-Kümper.

Qualität sei die Grundvoraussetzung für erfolgreichen Tourismus. Und hier gebe es erkennbare Defizite, gestand die Kreisdirektorin ein. Sie nannte Probleme bei der Lenneroute, die nötige Infrastruktur fehle. Nur ein gutes Produkt könne auch gut beworben werden. „Wir werden nie eine Urlaubsregion. Wir setzen auf Tagestouristen“, so Dienstel-Kümper. Die Umsetzung der 2010 beschlossenen Tourismusstrategie hätte Aktivitäten aller angesprochenen Akteure bedurft. Das sei leider nicht gelungen. Mit der neuen Strategie konzentriere sich der Kreis auf die eigenen Einrichtungen - die Burg Altena, das Deutsche Drahtmuseum und die Luisenhütte. Dabei setze er auf Kooperationsprojekte mit Dritten. Die Fortschreibung der Tourismusstrategie wurde mit großer Mehrheit beschlossen. Der gemeinsame Antrag der kleinen Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke und UWG, einen Arbeitskreis zu dem Thema einzurichten, wurde zurückgezogen, weil SPD und CDU noch Beratungsbedarf hatten.

Weiterhin ein Schwerpunkt der Tourismusförderung des Märkischen Kreises bleibt das Wan-dern. Knapp 3.600 Kilometer Wanderwege gebe es im Kreis. „Das ist eine Strecke von Lüdenscheid bis Damaskus“, schätzt die Kreisdirektorin. Es sei nicht möglich, alle 480 Wanderwege in einem qualitativ guten Zustand zu halten. Deshalb setzt der Kreis auf 30 Top-Wanderwege, die künftig in einem Buch veröffentlicht werden sollen. „Ich erhoffe mir zwei Wanderwege pro Stadt oder Gemeinde“, wünscht sich Barbara Dienstel-Kümper. Dies sei aber nicht zum Nulltarif zu haben. Sie schätzt die Kosten auf etwa 30.000 Euro. Der Kulturausschuss stimmte geschlossen für das Vorhaben.

Nach nur einigen Wochen habe sich die neue Bilddatenbank „Canto Cumulus“ des Kreisarchivs des Märkischen Kreises als Renner erwiesen, freute sich Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski bei ihrer Vorführung im Ständesaal des Altenaer Kreishauses. „80.000 Zugriffe wurden in nur drei Wochen angefordert. Dabei haben wir erst 8.000 historische Fotos und Postkarten eingestellt“, so Todrowski. Die ist zuversichtlich, dass sich das Angebot weiter herumspricht und auch die Zusammenarbeit mit anderen Archiven weiter fördert.

Positive Zahlen hatte auch Detlef Krüger, Fachdienstleiter Kultur und Tourismus, mit in die Sitzung gebracht. Der im November 2015 öffentlich vorgestellte Kultursprinter sei bisher 39 Mal gebucht worden und habe 1.667 Schülerinnen und Schüler zu den verschiedenen Museen im Märkischen Kreis transportiert. Gebucht würden vor allem Fahrten zur Phänomenta in Lüdenscheid, zur Burg Altena und zur Dechenhöhle nach Iserlohn-Letmathe. „Wir sind restlos ausgebucht und ausverkauft“, so Krüger. Dank weiterer Mittel werde das Angebot fortgeführt. „Wer möchte, sollte schnell buchen“, rät der Fachdienstleiter.

Abschließend brachte die Geschäftsführerin des Freizeit- und Touristikverbandes Märkisches Sauerland e.V. und Mitarbeiterin des Kreises, Hana Janečková, die Ausschussmitglieder auf den neuesten Stand der Vorhaben des Tourismusverbandes. Auf Wunsch der FDP soll Prof. Anne Jacobi von der FH Südwestfalen zu einer gemeinsamen Veranstaltung des Kulturausschusses mit Gästen eingeladen werden. Jacobi hatte eine Studie erarbeitet, in der Jugendliche ihre Erwartungen zu Kulturangeboten in Südwestfalen formulieren konnten.

Zuletzt aktualisiert am: 04.03.2016