Harte Arbeit - aber auch viel Spaß

Wie Patricia Gildekötter die MJO-Probephase erlebte

Zehn Stunden täglich probten die jungen Museikerinnen und Musiker in Morsbach. Foto: Annika Ehl/Märkischer Kreis
Zehn Stunden täglich probten die jungen Museikerinnen und Musiker in Morsbach. Foto: Annika Ehl/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 06.01.2016
| Eine Woche lang hat Patricia Gildekötter (15) aus Altena mit dem Märkischen Jugendsinfonieorchester (MJO) in der Jugendherberge und im Getrudisheim in Morsbach für die anstehenden Konzerte geprobt. Die junge Geigerin war zum ersten Mal dabei. Sie hatte sich beim Probespiel Ende Oktober in der Lüdenscheider Musikschule einen Platz im Orchester erspielt. Wie die 15-Jährige ihre erste Probenphase mit dem MJO erlebte, hat Patricia Gildekötter in folgendem Bericht zusammengefasst.

„An Silvester arbeiten: Für die meisten ein Alptraum – für viele junge Musiker ein wichtiges Highlight zum Jahresabschluss. Wie kann so etwas zusammen funktionieren? Anfangs war auch ich etwas skeptisch, als ich mich für die Winterarbeitsphase anmeldete. Nach bestandenem Probespiel war klar, dass ich mit völlig fremden Leuten Silvester feiern werden würde. Noch dazu mit zehn Stunden Orchesterprobe an diesem Tag. Das alles wird aber von über 70 Jugendlichen begeistert in Kauf genommen, weil so intensive Orchesterarbeit viel Spaß sowie eine tolle und zusammenhaltende Gemeinschaft bedeutet. Ich bin sofort Teil dieser Gemeinschaft geworden, obwohl ich zum ersten Mal dabei war.

Völlig neu war es für mich, so lange und so intensiv zu proben. Zu Anfang wird in den unterschiedlichen Stimmgruppen getrennt geprobt, um das anspruchsvolle Programm der bevorstehenden Konzerte zu erarbeiten. Neben hoher Probendisziplin ist die Stimmung aber auch sehr ausgelassen, wodurch sich die Anstrengung erst am Ende des Tages bemerkbar macht. Wenn das Orchester in der ersten Tuttiprobe zusammen geführt wird, ist das für alle immer ein sehr emotionaler Moment. Die Musik beginnt zu klingen, und man spürt, wie alle ihr Bestes geben.

Sehr interessant ist es, zu erfahren, wie so hoch komplexe Stücke, wie Antonín Dvorřáks 8. Sinfonie, zusammengesetzt sind, denn während der Proben wird alles auseinander genommen und an allen Ecken und Enden gefeilt. Wenn Rhythmus und Intonation nicht stimmen, fällt die Musik auseinander. Damit das alles klappt, müssen sowohl Emotionen als auch das Gruppengefühl zusammen fokussiert werden. Abends wird dann zusammen gefeiert, die Anstrengung des Tages ist schnell vergessen, es wird viel gelacht. Vor allem an Silvester liegen sich alle in den Armen, und es wird das neue Jahr begrüßt.

Die Möglichkeit, zusammen so viel und so tolle Musik zu machen, aber auch die Gemeinschaft untereinander sorgen dafür, dass die meisten gerne wiederkommen. Viele sind schon jahrelang begeisterte MJO-Mitglieder. Deswegen freue ich mich jetzt schon auf die Sommerphase, denn wer einmal dabei war, den lässt das Märkische Jugendsinfonieorchester so schnell nicht wieder los. Das liegt auch daran, dass Dirigenten und Dozenten, obwohl sie tagsüber ein hohes Maß an Disziplin verlangen, trotzdem mit viel Humor an die Sache herangehen. Die Zeit verging wie im Flug. Obwohl es eine Woche mit jeweils zehn Stunden Probe am Tag war, fühlt es sich rückblickend viel zu kurz an.

Besonders freue ich mich auf die anstehenden Konzerte. Hier kommen auch viele ehemalige Orchestermitglieder zu Besuch, die Wiedersehensfreude ist jedes Mal riesig. Es fühlt sich an wie ein großes Familientreffen. Die nächste Phase kann schon jetzt nicht schnell genug kommen. Schon die öffentliche Generalprobe in Morsbach war ein krönender Abschluss der intensiven Proben und dient als Vorgeschmack auf die anstehenden, ganz sicher grandiosen Konzerte.“


Und das sind die nächsten Konzerttermine

Freitag, 08.01.2016, 19.30 Uhr, Festsaal Riesei, Werdohl

Samstag, 09.01.2016, 19.30 Uhr, Gymnasium An der Stenner, Iserlohn.

Bei beiden Konzerten gibt es um 18.30 Uhr eine musikalische Konzerteinführung. Die Moderation übernimmt Stephan Quandel.

Volle Konzentration hieß es auch für die Bläser. Foto: Annika Ehl/Märkischer Kreis
Volle Konzentration hieß es auch für die Bläser. Foto: Annika Ehl/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 06.01.2016