Feuer & Wasser
Live in den Fabrikskes

Südwestfalen ist eine Region mit einer viele Jahrhunderte alten Tradition im Metallgewerbe. Sichtbar wird dieses durch die so genannten "Fabrikskes". Nirgendwo in Deutschland findet sich eine so große Dichte diese kleinen Produktionsstätten. Ihr frühneuzeitlicher Ursprung wird durch die Lage an den Gebirgsbächen und die Nutzung der Wasserkraft deutlich.

Ziel des Verbundes "Feuer & Wasser" ist es, herausragende Technikdenkmäler der Kulturregion Westfalen noch mehr mit Leben zu erfüllen als dies bisher geschah. Die für Südwestfalen und Nordrhein-Westfalen insgesamt so zentral bedeutsame industrie- und technikgeschichtliche Thematik soll auf diesem Weg noch populärer gemacht werden.

 Die Luisenhütte im Balver Stadtteil Wocklum ging 1758 in Betrieb. Die gräfliche Gründer- und Betreiberfamilie von Landsberg-Velen modernisierte die Anlage kontinuierlich. Die Eisenhütte musste wegen der Konkurrenz der mit Steinkohlenkoks betriebenen Hochöfen des Ruhrgebietes 1865 stillgelegt werden. Seit 1950 ist die Luisenhütte als technisches Kulturdenkmal zugänglich. Zwischen 2004 und 2006 wurde das Denkmal von nationaler Bedeutung zu einem besucherorientierten Erlebnismuseum umgestaltet.

Anders als die meisten europäischen Freilichtmuseen widmet sich das LWL-Freilichtmuseum Hagen nicht der Darstellung des bäuerlich-ländlichen Alltags, sondern der Geschichte von Handwerk und Technik. Etwa sechzig Werkstätten wurden aufgebaut und rekonstruiert, die meisten sind betriebsbereit und in einem Drittel wird regelmäßig vorgeführt. Die Besucher bekommen so einen lebendigen Einblick in den Werdegang des Handwerks und Gewerbes vom ausgehenden 18. Jahrhunderts über die frühindustrielle Produktion bis hin zur Hochindustrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Die Historische Fabrikanlage Maste-Barendorf in Iserlohn ist eine in ihrem ursprünglichen Charakter noch erhaltene Industrieansiedlung aus dem frühen 19. Jahrhundert und zählt mit zu den bedeutendsten technischen Denkmälern in Südwestfalen. Nadelherstellung, eine Haarnadelfabrik, die Gelb(=Messing)gießerei sowie mehrere Künstlerateliers prägen den musealen Standort, der sich mittlerweile zu einem kulturellen Kristallisationspunkt erster Güte entwickelt hat.