König Friedrich Wilhelm II. von Preußen in Altena (8. Juni 1788)

Im Frühsommer des Jahres 1788, bereits zwei Jahre nach seiner Thronbesteigung, bereiste der König, begleitet von einem Troß von ca. 50 Personen, die westlichen Teile des preußischen Staatsgebietes. Im Verlauf einer fünftägigen Reise, die ihn von Minden nach Kleve führte, inspizierte der Monarch auch die Grafschaft Mark, deren industriereicher südlicher Teil zu den wirtschaftlich bedeutendsten Gebieten Deutschlands gehörte. Am Vormittag des 8. Juni, einem Sonntag, traf der König - aus Richtung Iserlohn kommend - in Altena ein. In seiner engeren Begleitung befanden sich der Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm III., der Bergbau- und Industrieminister Friedrich Anton v. Heinitz, der Leiter des westfälischen Bergwesens Karl Freiherr vom und zum Stein sowie der mit den Altenaer Verhältnissen bestens vertraute märkische Fabrikenkommissar Friedrich August Alexander Eversmann. Der König ließ sich eingehend über den Stand der Altenaer Draht- und Nadelindustrie unterrichten; im Mittelpunkt eines Rundgangs durch die heimischen Gewerbebetriebe stand die Besichtigung der im Aufbau befindlichen Nähnadelfabrik des Fabrikanten Johann Caspar Rumpe. Nach einem festlichen Dankgottesdienst in der lutherischen Pfarrkirche und einem Mittagsmahl, das im Hause des Landrats Heinrich Wilhelm v. Holtzbrinck eingenommen wurde, standen Gespräche mit Vertretern der heimischen Industrie und des Magistrats auf dem Programm. Am frühen Nachmittag erfolgte die Abreise des Königs nach Hagen, nachdem der Monarch zuvor namhafte Kredite für den weiteren Ausbau der Draht- und Nadelindustrie in Aussicht gestellt hatte. Die Erinnerung an den Besuch des preußischen Königs in Altena lebt bis auf den heutigen Tag fort und wird insbesondere von der traditionsreichen Altenaer Schützengesellschaft, die seinen Namen trägt ("Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft"), wachgehalten.

An den Besuch König Friedrich Wilhelms II. von Preußen, des Neffen und Nachfolgers Friedrichs des Großen, am 8. Juni 1788 in Altena erinnern zeitgenössische Porträts und Medaillen, eine eindrucksvolle Ansicht der Stadt Altena von 1789 von Daniel Berger sowie - als besonders wertvolles Exponat - der äußerst seltene Druck eines aus acht Strophen bestehenden Huldigungsgedichtes, das dem Monarchen am Tage seiner Visite im Namen aller Bürger feierlich durch den Magistrat überreicht wurde.