Die Landschaft des Tryweryn Tales. Fotografien von Richard Page

Eine leere, verwaiste Landschaft, in der lediglich da und dort Spuren eines zerstörten Dorfes zu erkennen sind: Dies war nur auf den ersten Blick der Inhalt der Farbfotografien von Richard Page, denn schnell erschloss sich dem Betrachter die symbolische Ebene der Werke. In ihnen manifestierte sich die Landschaft als Träger von politischem Gedankengut. Der aus Cardiff in Wales stammende Fotograf verwies in seinen Arbeiten auf den Kampf der walisischen Bevölkerung um ihre kulturelle Identität. In den frühen 1960er-Jahren war unter großem Protest Capel Celyn, ein ländlich geprägtes, walisisches Dorf im Tryweryn Tal von einem Stausee geflutet worden, um die Wasserversorgung von Liverpool zu sichern. Die Waliser hatten die Überflutung des Tales als Symbol für das Auslöschen ihrer Kultur durch die Londoner Regierung verstanden.

Richard Page studierte Fotografie an der Newport School of Art & Design. Seine Arbeiten waren bereits mehrfach in Gruppenausstellungen in Wales und England zu sehen. Die Ausstellung im Deutschen Drahtmuseum war seine erste Einzelausstellung. Sie fand anlässlich der 30-jährigen Partnerschaft zwischen dem Märkischen Kreis und Wrexham County Borough/Wales (GB) statt.

Ausstellungszeitraum:

16.04. - 12.06.2000
Zuletzt aktualisiert am: 23.09.2013