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Chronik 1733 bis 1852

1733

Nach dem Verlust ihrer wehrtechnischen Bedeutung durch die Weiterentwicklung der Feuerwaffen verfällt die Burg Altena langsam. Das Generaldirektorium in Berlin schlägt vor, zum Erhalt der Burg Altena, die von den Preußen als Stammburg der mütterlichen Linie angesehen wird, 1000 Thaler zu bewilligen. Der preußische König Friedrich Wilhelm I. (seit 1713, gest. 1740) lehnt ab mit der Bemerkung "Nit ein Kreuzer".   

1766
Auf der Burg Altena wird das Criminalgericht für die Grafschaft Mark unter der Leitung des Criminalrichters Castringius eingerichtet.   

Um 1770
Der Kommandant der Burg Altena, von Vogel (seit 1755), klagt, das Dach sei verfallen, er sei der Witterung ausgesetzt, in seinem Schlafzimmer usw. seien Regen, Schnee und Sturm.   

1770
Die Kammer in Hamm schlägt dem Generaldirektorium in Berlin vor, man möge überlegen, ob es nicht sinnvoll sei, das Schloss zu verkaufen. Das zu dieser Zeit dort befindliche Gefängnis solle dann nach Hamm verlegt werden.   

1771
Die preußische Garnison auf der Burg Altena wird aufgelöst. Die Stadt Altena kauft die Teile der Burg, die nicht vom Criminalgericht und Gefängnis belegt werden, für 800 Reichsthaler.   

1771/75
Die Stadt Altena richtet ihren Teil der Burg als Waisen- und Armenhaus ein. Der andere Teil dient weiterhin als Gefängnis und wird besser gesichert. Insbesondere ist hier der Richter Castringius zu nennen, der sich stark für den Erhalt des Criminalgerichtes für die Grafschaft Mark und des Gefängnisses in Altena einsetzt. Als Gefängnis dient nicht mehr das Verlies im Erdgeschoss des Bergfrieds, sondern die Stockwerke im Turm und die so genannte Frauenkammer unter dem Kapellegebäude.   

1778
Die Armenspeisung auf der Burg Altena beginnt. Das Leben in diesem Armenhaus, in dem alte Menschen, Behinderte, Epileptiker, Waisen usw. untergebracht, aber nicht gepflegt werden, scheint sehr eintönig verlaufen zu sein. Vor allem sollen die Menschen dort zur Arbeit angehalten worden sein; die einzigen Unterbrechungen dieser Tätigkeiten seien verschiedene tägliche Andachten und das gemeinsame Essen gewesen.   

1797
Der Altenaer Nadelfabrikant und Bürgermeister Johann Caspar Rumpe erhält die Erlaubnis, auf der Burg Altena Steine aus der "Alten Kirche", mit der wahrscheinlich die Burgkapelle gemeint war, zu entfernen und zum Bau seines Wohnhauses zu nutzen.   

1811
Unter Napoleon wird das Criminalgericht und Gefängnis auf der Burg Altena aufgelöst und nach Werden verlegt.   

1834/35
Oberpräsident Vincke beauftragt Bauinspektor Ritter, Pläne für einen Wiederaufbau der mittlerweile stark verfallenen Burg Altena zu erarbeiten. Die Pläne werden 1835 fertiggestellt und zeigen einen am neugotischen Stil des englischen Castles orientierten Neubau, der wenig mit der ursprünglichen mittelalterlichen Burganlage zu tun hat. Der Geldmangel des preußischen Königshauses führt zum Scheitern dieser Pläne.   

1835
Im "Wochenblatt für den Kreis Altena" regt ein anonymer "Kosmopolit", hinter dem sich wahrscheinlich ein Assessor Surmann verbirgt, eine erste Idee an, um die Burg Altena herum einen Spazierweg anzulegen. Die Finanzierung soll durch freiwillige Spenden erfolgen. Da der von der Schriftleitung der Zeitung gezeichnete Beitrag in Höhe von 15 Silbergroschen der einzige bleibt, muss dieser Plan fallen gelassen werden.   

Um 1840
Das Armenhaus auf der Burg Altena wird aufgelöst.   

1842
Die Stadt Altena bietet dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. (seit 1840, gest. 1861) ihr Eigentum an der Burg Altena als Geschenk an. Durch Allerhöchste Kabinetts-Ordre aus Brühl erklärte sich der König bereit, das Geschenk, zu dem auch der Burgberg gehört, anzunehmen. Die Verwaltung von Burg und Burgberg wird dem Hausministerium bzw. dessen Abteilung für Domänen und Forsten unterstellt.   

1843-1852
Auf Vorschlag der Regierung in Arnsberg bestimmte der König Friedrich Wilhelm IV. u. a., dass die Umgebung des Schlosses zur Benutzung des Publikums mit Pflanzungen und Wegen verschönert werden solle. Gartendirektor Maximilian Friedrich Weyhe in Düsseldorf soll einen Plan zu diesen Promenaden entwerfen und die Pflanzungen aus wilden, einheimischen Holzarten anlegen, jedoch alle Erdarbeiten vermeiden, um möglichst viel Kosten zu sparen. Weyhe, der auch den Düsseldorfer Hofgarten geschaffen hat, plant die Parkanlage als sein letztes Werk, dessen Ausführung er nur noch teilweise begleiten kann, da er 1846 stirbt. Sein Sohn J. C. Weyhe führt die Arbeiten fort und vollendet sie 1852. Da die Parkanlage aber schon seit den 1860er-Jahren nicht mehr kontinuierlich gepflegt wird, verwildert sie. Seit 1999 wird sie teilweise rekonstruiert.   

Zuletzt aktualisiert am: 20.09.2012