Kapellengebäude Langer Gang Pulverturm Alter Palas Bergfried Verlies Neuer Palas Weltjugendherberge Untergeschoss Neuer Palas Kommandantenhaus

Chronik 1225 bis 1690

1225 

Graf Friedrich II. von Altena und Isenberg, Sohn von Arnold von Altena, ermordet seinen Onkel Erzbischof Engelbert von Köln bei einem Überfall in der Nähe von Gevelsberg. Friedrich fällt in "Acht und Bann" und wird 1226 hingerichtet. Der Isenberger Zweig der Familie wird darauf hin quasi aufgelöst. Es kommt zur Wiedervereinigung der Grafschaft Altena-Mark, indem die Besitzungen der Isenberger Linie an Graf Adolf I. von Altena (seit 1199) und von der Mark (seit 1202, gest. 1249), Sohn des Grafen Friedrich I. von Altena, fallen. Nur Dietrich, der Sohn Friedrichs II., kann später einen kleinen Teil seines Erbes zurück erobern, unterstützt von seinem Onkel, Herzog Heinrich von Limburg aus den Niederlanden. Dietrich wird erster Graf von Limburg (Hohenlimburg), dessen Familie von Limburg-Stirum bis heute fort lebt.   

1249-1262
Für diese kurze Zeit gibt es wieder einen Grafen von Altena. Adolf I. teilt sein Erbe 1249 unter seinen Söhnen Engelbert I. von der Mark (seit 1249, gest. 1277) und Otto von Altena (seit 1249, gest. 1262) auf. Otto erhält die südlichen Landesteile und wohnt offenbar auch auf der Burg Altena. 1262 stirbt er ohne Erben.   

1323
Seit längerer Zeit gibt es Fehden zwischen dem Grafen von der Mark und dem Bischof von Münster. Der Streit eskaliert und Graf Engelbert II. (seit 1308, gest. 1328), Enkel von Engelbert I. und Sohn von Eberhard I. von der Mark (seit 1277, gest. 1308) gelingt es, den Bischof samt seiner Gefolgsleute drei Tage nach Pfingsten fest zu nehmen und auf die Burg Altena zu bringen, wo sie den ganzen Sommer über bleiben müssen. Erst im November kann der Bischof das nötige Lösegeld auftreiben, um sich freizukaufen.   

1328-1347
Unter Graf Adolf II. (seit 1328, gest. 1347), Sohn von Engelbert II., wird die geschickte und kraftvolle Bündnispolitik der Grafen von der Mark gefestigt. Vor allem aber erweitert er das Herrschaftsgebiet durch die Heirat mit Margarete von Kleve gezielt um niederrheinische und niederländische Gebiete.   

1368
Die Schwanenburg in Kleve wird neuer Residenz- und Regierungssitz der Grafen von Kleve und Mark.   

1417
König Sigismund von Deutschland (seit 1410, gest. 1437) spricht den Grafen von Kleve und Mark den Herzogstitel zu, den die nachbarlichen Verwandten von Jülich-Berg zu diesem Zeitpunkt schon tragen.   

1455
Die Burg Altena, längst nur noch Amtssitz von Drosten, brennt ab und wird, möglicherweise zunächst nur notdürftig, wieder aufgebaut.   

1521
Die Heirat mit Maria von Jülich-Berg bringt Johann III.1510 zunächst das Anrecht auf die Herzogtümer Jülich, Berg und die Grafschaft Ravensberg ein. Als 1521 die Regentschaft von Johann II. (seit 1481, gest. 1521) auf Johann III. übergeht, sind die Territorien Mark - einschließlich der Stadt Soest -, Ravensberg, Kleve, Jülich und Berg vereinigt. Johann III. (seit 1521, gest. 1539), den man den Friedfertigen nennt, ist nun Herzog von Kleve, Jülich und Berg, Graf von der Mark und Ravensberg. Es entsteht ein Reich, das sich über weite Teile des heutigen Landes Nordrhein-Westfalen und über einige Gebiete der heutigen Niederlande ausgedehnt.   

1609
Johann Wilhelm (seit 1592, gest. 1609), der letzte Graf von der Mark, zugleich Herzog von Kleve, Jülich, Berg und Graf von Ravensberg, stirbt kinderlos. Als Folge eines kaiserlichen Privilegs von 1546 sind die Schwestern von Johann Wilhelm, und damit auch deren Kinder, erbberechtigt. Um das Erbe streiten sich im Jülich-Klevischen Erbfolgestreit vor allem der Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg (1572-1619) und der Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Neuburg (1578-1653). Johann Sigismund ist verheiratet mit Anna (1576-1625), einer Tochter von Maria Eleonore (1550-1608), die wiederum eine Schwester von Johann Wilhelm war. Wolfgang Wilhelm ist verheiratet mit Anna (1552-1632), der zweiten Schwester von Johann Wilhelm. Die beiden Parteien besetzen das Territorium militärisch und einigen sich 1609 im "Dortmunder Rezess" zunächst darauf, das Land bis zur gütlichen oder rechtlichen Entscheidung über die Erbfrage gemeinsam zu verwalten. Mit dem Einrücken der Brandenburger erhält die Burg Altena eine kleine Besatzung bzw. Garnison.   

1613/1666
Vier Jahre später kommt es zu Auseinandersetzungen, die eine Teilung des Herrschaftsgebiets zur Folge haben. Nach dem Xantener Vergleich von 1613 fallen die Herzogtümer Jülich und Berg an den Pfalzgrafen von Neuburg. Der Kurfüst von Brandenburg erhält das Herzogtum Kleve und die Grafschaften Mark und Ravenberg. Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg, im Erbvergleich zu Kleve von 1666, einigen sich Brandenburg und Pfalz-Neuburg endgültig vertraglich auf die bereits 1613 vollzogene Verteilung des Territoriums. Große Bedeutung für die deutsche Geschichte erlangt Anna, die Frau von Johann Sigismund. Durch ihre Erbschaftsansprüche erhält das Haus Brandenburg nicht nur die westlichen Landesteile Kleve, Mark, und Ravensberg, sondern auch, weil ihre Eltern keine weiteren Erben hatten, das Herzogtum Preußen, denn Maria Eleonore war mit dem Herzog Albrecht von Preußen verheiratet.   

1647
Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg (seit 1640, gest. 1688), auch der Große Kurfürst genannt, hält sich im Dezember 1647 für zwei Tage in Altena auf und empfängt im Zusammenhang mit den in Münster stattfindenden Friedensverhandlungen zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges mehrere Gesandte.   

Um 1670
Auf der Burg Altena wird ein Invalidenhaus eingerichtet. Soldaten, die auf Grund von Alter oder Verwundung kampfunfähig sind, werden auf der Burg als "Besatzung" untergebracht. Wie lange das Invalidenhaus Bestand hatte, lässt sich nicht mehr ermitteln.   

Um 1690
Abraham Begeyn, seit 1688 Hofmaler in Berlin, fertigt eine große Zeichnung der Burg Altena an.  

Zuletzt aktualisiert am: 20.09.2012