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Langer Gang

Turnier und Fest

Mit "Turnier und Fest" endet der Reigen der Räume zum Thema Adel. Die Besucher werden in einem Turnierzelt empfangen, das ganz in den märkischen Farben rot und silber gehalten ist. Für unsere Ohren ungewohnt, wird historische Musik aufgespielt, nach der sich die Hochzeitstänzer auf den Stichen von Heinrich Aldegrever, dem Soester Kupferstecher, Goldschmied und Maler, zu bewegen scheinen. Die Musikinstrumente dieser Zeit sind als Nachbauten präsent. Den Raum dominieren jedoch andere Objekte. Turnierlanzen, Stechhelm und weitere Turnierutensilien sowie bildliche Darstellungen erzählen von Turnieren, den Mittel- und Höhepunkten des ritterlichen Lebens. Von der frühen Erziehung der adeligen Jungen zu Turnier und Kampf zeugt eine Knabenrüstung. Perspektivischer und ästhetischer Fluchtpunkt des Turnierzeltes ist die Prunkrüstung des Herzogs von Braunschweig, die er anlässlich seiner Hochzeit getragen hatte.

Bäuerliches Leben

Die Abteilung "Bäuerliches Leben" beginnt mit dem Thema Hochzeiten. Der Kontrast zwischen der prunkvollen Braunschweiger Hochzeitsrüstung und den dinglichen Zeugen der einfachen bäuerlichen Hochzeitsbräuche könnte nicht größer ausfallen. Auch die Objekte der anderen vier Vitrinen in diesem lehmfarben gehaltenen Bereich fordern zum Vergleich mit bereits Gesehenem heraus. Dies gilt vor allem für die Themen Wohnen und Haushalt. Auf den hohen Stellenwert der Religion bei den Bauern verweist ein großes Giebelkreuz, das frei im Raum hängt. Viele Exponate sagen etwas über den schwierigen Überlebenskampf der märkischen Bauern aus. Die Bauern, im Mittelalter und der Frühen Neuzeit sonst fast überall zahlenmäßig der größte Stand, spielten im Süderlande der Grafschaft Mark auf Grund der kargen Böden und des wichtigen Eisengewerbes nicht diese dominierende Rolle. Deshalb wurde ihnen in der Ausstellung auch nur dieser eine Raum gewidmet.

Drahtzieher

In einem kleinen Durchgangsflur wird das Thema "Drahtzieher" sehr kurz abgehandelt, da sich mit dem Deutschen Drahtmuseum das entsprechende branchenspezifische Spezialmuseum nur 300 m unterhalb der Burg befindet. Gleichwohl ist dieser Bereich auf Grund der Bedeutung dieses Handwerks unverzichtbar für den regionalgeschichtlichen Rundgang, denn das märkische Sauerland mit seinen vielen Drahtziehereien und Draht weiterverarbeitenden Betrieben ist auch das historische Zentrum des Drahtgewerbes. Ein Iserlohner Kettenhemd, eine Karte von Johann Heinrich Merner aus dem Jahre 1769, in die alle Altenaer Drahtziehereien eingetragen sind, und einige frühneuzeitliche bildliche Berufsdarstellungen von Drahtziehern, Nadlern und Stecknadelmachern sind die Ausstellungsstücke dieser Abteilung. Sie ist zudem der Auftakt zu drei Räumen, die sich mit den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handwerkern beschäftigen.

Zuletzt aktualisiert am: 06.02.2015