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Kommandantenhaus

Märkisches Gestein

Der Museumsrundgang beginnt im Kommandantenhaus der Burg Altena mit dem Thema "Märkisches Gestein". Eine Trickfilmanimation der Kontinentalverschiebung zeigt, in welchem Erdzeitalter sich das märkische Sauerland an welcher Stelle auf dem Globus befand. Wo im märkischen Sauerland welche Gesteinsart an die Oberfläche tritt, verdeutlicht eine geologische Übersichtskarte. Die wichtigsten Gesteinssorten werden in einem erdzeitgeschichtlichen Vitrinenregal präsentiert.

Grauwacke und Massenkalk dominieren. Beide sind überwiegend im Mitteldevon vor etwa 370 bis 380 Millionen Jahren entstanden. Die Grauwacke, ein sandsteinähnliches Sediment, kommt überall dort vor, wo sich in diesem Erdzeitalter das Meer befand, der Massenkalk hingegen an den Stellen, die von einem Küstensaum mit Korallenriffen bedeckt war. Mit diesen wenigen, aber gezielten Hinweisen werden die Besucher inhaltlich auf die folgenden drei Räume vorbereitet.

Grauwacke

In der Abteilung "Grauwacke" wird das Wissen über den sandsteinartigen Sedimentstein mit geologischen und archäologischen Objekten vertieft. Wandvitrinen präsentieren aus geologischer Sicht bemerkenswerte Grauwackenstücke. Die Vitrinen im Raum zeigen hingegen, wie der Mensch im Laufe der Geschichte die Grauwacke als Rohstoff genutzt hat. Schon in der Alt- und Jungsteinzeit wurde dieser Naturstein zu effektiven Werkzeugen und Waffen verarbeitet. Seit dem Mittelalter nutzte man Grauwacke als Bruchstein zum Bauen. Dies zeigt auch das zum Exponat gewordene, teilweise freigelegte Mauerwerk des Kommandantenhauses. Mittlerweile findet die märkische Grauwacke jedoch hauptsächlich im Gleis- und Straßenbau Verwendung. Der dafür benötigte Grauwackenschotter wurde in Vitrinenpodeste geschüttet, deren Aussehen an Drahtgitterkörbe in Steinbrüchen erinnert.

Karsthöhlen

Den Exkurs "Karsthöhlen" komponierten die Berliner Künstler Heinz-Bert Dreckmann und Gabriele Sehringer als nicht begehbares Spiegelkabinett in das Zwischengeschoss des Kommandantenhauses hinein. Die gespiegelte Inszenierung simuliert ein unüberschaubar großes Tropfsteinhöhlensystem. In dieses Bühnenbild sind originale Exponate hineinarrangiert worden: Tropfsteine, eiszeitliche Tierknochenfunde, insbesondere ein imposantes, komplettes Höhlenbärskelett, und archäologische Funde, die auf die Nutzung der im Massenkalk vorkommenden Karsthöhlen durch Menschen hinweisen. Diese Komposition stellt die Objekte in einen erzählerischen Zusammenhang, der den Besuchern einen einfachen Zugang zur Thematik ermöglicht. Ein der Länge nach aufgeschnittener Tropfstein aus der Dechenhöhle in Iserlohn-Letmathe veranschaulicht mit seiner Struktur, die an Jahresringe bei Baumstämmen erinnert, die lange Entstehungszeit von Tropfsteinen.

Kalk und Kieselschiefer

In der Abteilung "Kalk und Kieselschiefer" wird zunächst der Massenkalk und seine Nutzung durch den Menschen thematisiert. Da sich dieses Material nicht für die Herstellung von Werkzeugen oder Waffen eignete, existieren keine steinzeitlichen Artefakte. Seit der Industrialisierung, auch heute noch, wird der Massenkalk jedoch im nördlichen Kreisgebiet in großen Mengen abgebaut. Er findet Verwendung in der Eisen- und Stahlindustrie, der chemischen Industrie, der Baustoff-, insbesondere Betonindustrie, im Straßenbau und in der Landwirtschaft. Im Massenkalkzug kommen auch Einschlüsse mit Kieselschiefer aus dem Unterkarbon vor. Dieses Gestein hat heutzutage keine kommerzielle Bedeutung mehr, wurde aber vor allem in der Jungsteinzeit für die Herstellung von Werkzeugen und Waffen gebraucht. Ein kleiner Exkurs zeigt massenhaft von Menschen hergestellte Absplitterungen des Materials, außerdem den Schäftungsversuch einer Speerspitze.

Zuletzt aktualisiert am: 06.02.2015