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Kapellengebäude

Burgkapelle

So gewappnet tritt der Besucher in die Sozial- und Kulturgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit ein. Sie beginnt mit dem Thema "Burgkapelle". Eine im Vorflur aufgestellte Lutherbüste und ein lutherisches märkisches Gesangbuch aus dem Jahre 1733 verweisen ebenso auf die lutherische Ausrichtung der Grafschaft Mark, wie Kirchenlieder von Philipp Nicolai (1556 bis 1608), der als Pfarrer in Herdecke und Unna wirkte. Deshalb ist die Burgkapelle auch der einzige Museumsraum, in dem die Wände nicht farbig gestaltet wurden, sondern weiß geblieben sind. In der Kapelle, die auch für Hochzeits- und Taufzeremonien gebucht werden kann, befinden sich herausragende Exponate zur regionalen sakralen Kunst, so z. B. der gerade aufwändig restaurierte Herscheider Altar, der Plettenberger Altar, der Hagener Taufstein. Sie können in dem nun erstmals allen Besuchern zugänglich gemachten Raum vom Nahen betrachtet werden.

Leben im Luxus

"Leben im Luxus" ist die erste von vier Abteilungen, die sich mit dem mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Adel beschäftigen. Auf großen Podesten wurden die Unterthemen Wohnen, Tafelfreuden, Beten und Schlafen inszeniert. Möbel, Leuchter, Gobelin, Gemälde, Zinn-, Glas-, Keramik- und Porzellanobjekte, Stundenbücher, Kruzifix, Hausaltar, Waschbecken, Nachttopf, Handtuchhalter und viele andere Exponate erzählen durch bühnenbildartige Arrangements von ihrer früheren Funktion. Der Eindruck eines repräsentativen Quartiers, das ein Leben in Luxus ermöglicht, drängt sich auf. Beim Mobiliar und den kunstgewerblichen Objekten lässt sich eine regionale Herkunft oft nicht vermuten. Immer wieder stellen aber andere Exponate die regionale Verankerung der Thematik wieder her, so z. B. eine bildliche Darstellung der Konfekttafel, die 1585 anlässlich der Hochzeit des letzten märkischen Landesherrn Johann Wilhelm mit Jacobe von Baden gedeckt wurde.

Jagd als Privileg

Das Museum der Grafschaft Mark besitzt eine der bedeutendsten Jagdwaffensammlungen Deutschlands. Ergänzt wird sie durch Tierpräparate sowie durch Ölgemälde und Kupferstiche, welche die Jagdtechniken der Frühen Neuzeit erläutern. Die Exponate vermittelt eine Vorstellung davon, dass die dem Adel ab etwa 1500 vorbehaltene hohe Jagd vor allem eine repräsentative Freizeitbeschäftigung war. In einer riesigen, von allen Seiten zugängliche Vitrine im Raum "Jagd als Privileg" wurde eine Szenerie arrangiert, die an eine Treibjagd erinnert. Ein Lappnetz aus dem Jahre 1700 teilt die Vitrine längs in zwei Hälften. Auf der einen Seite ist das präparierte Wild versammelt. Auf der anderen Seite sind die Waffen konzentriert, die alle in Richtung des Lappnetzes und der dahinter versammelten Tiere zielen. In den beiden Eckfensternischen befinden sich Objekte zur Beizjagd mit Falken und Habichten, die als vornehmste und edelste Art der Jagd galt.

Waffengang und Pulverrauch

Wehrwaffen und Rüstungen sind die Objekte der Abteilung "Waffengang und Pulverrauch". In die blutrote Farbe der Wände getaucht und dynamisch gegeneinander arrangiert, wirken die Rüstungen und Waffen so, als könnte man die Kampfgeräusche förmlich hören. In den Vitrinen kämpfen mittelalterliche Ritter gegeneinander, wehrhafte Ritter gegen wehrlose Bauern, Landsknechte, Pikeniere, Musketiere und berittene Söldner im Dreißigjährigen Krieg; außerdem sind Prunk-, Trabanten- und Kostümwaffen, frühe Feuer- und Belagerungswaffen, Musketen und Geschütze, Gewehre und Pistolen zu sehen. Viele Waffen sind auf die Besucher gerichtet, damit man das darin steckende Gewaltpotenzial erahnen kann und nicht der Gefahr erliegt, sie lediglich als ästhetische Exponate wahrzunehmen. Komplettiert wird das Thema durch das Stillleben "Waffenruhe 1648" von Johann Spilberg d. J. und zwei von Georg Philipp Rugendas gemalte Schlachtendarstellungen.

Zuletzt aktualisiert am: 06.02.2015