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Alter Palas

Kosten der Industrialisierung

Die Folgen der Industrialisierung für Mensch und Umwelt behandelt der Raum "Kosten der Industrialisierung". Filme aus den Jahren 1927 und 1937 erlauben Einblicke in die Arbeitsbedingungen der märkischen Kleineisenindustrie. Streik- und Aussperrungsmeldungen zeigen, dass die Betroffenen auch im überwiegend mittelständisch strukturierten märkischen Sauerland mit sozialen Spannungen auf die Auflösung von Familien und Dorfgemeinschaften, auf Löhne am Rande des Existenzminimums und krank machende Arbeitsbedingungen reagierten. Viele Unternehmer bekannten sich zu ihrer Verantwortung, so z. B. Gustav Selve, der eine vorbildliche betriebliche Sozialpolitik umsetzte. Dokumente und Fotos lassen jedoch erahnen, dass in vielen Arbeiterfamilien, auch Kinder arbeiten mussten, um das Überleben zu sichern. Die Themen Holzverbrauch und Wasserverschmutzung machen die mit der Industrialisierung verbundenen Umweltprobleme deutlich.

Abgründe

Der Raum "Abgründe" beschäftigt sich mit den nationalsozialistischen Verbrechen, die während des Zweiten Weltkrieges im märkischen Sauerland verübt wurden. Sechs stelenartige Vitrinen thematisieren vor allem die Deportation der Juden, das Kriegsgefangenenlager Stalag VI A in Hemer und die Zwangsarbeit in der Industrie. In ihnen befinden sich Dokumente, Fotos und kunstvolle, von Zwangsarbeitern angefertigte Vasen, Schachteln und Kästchen, die sie bei deutschen Arbeitskollegen gegen Lebensmittel eintauschten, um ihre meist unzureichende Verpflegung aufzubessern. Auf den Rückseiten der Vitrinenrückwände sind Statistiken angebracht, aber auch Auszüge aus Interviews, die mit überlebenden Zwangsarbeitern geführt worden sind. An den Wänden des Raumes werden die sechs Vitrinen in alle vier Richtungen ins Unendliche gespiegelt. So wird symbolisiert, dass die ausgestellten Einzelschicksale lediglich einige wenige aus einer unübersehbar großen Menge sind.

Weltklasse aus dem Sauerland

Letzte Station der Chronologie ist der Bereich "Weltklasse aus dem Sauerland". Aktuelle Erzeugnisse untermauern, dass die meisten der im Märkischen Kreis ansässigen produzierenden Betriebe zu den weltweit führenden ihrer Branche gehören. Dies gilt nicht nur für Unternehmen wie Busch-Jäger, Erco, Grohe, Hoffmeister oder Sicu, die der Endverbraucher kennt, sondern auch für Halbzeugfabrikanten, etwa die Drahtindustrie oder beispielsweise Krupp VDM, die u. a. auch Rohlinge für den Euro und andere Münzen in aller Welt produzieren. Im Fahrzeugbau, beim Hausbau und in anderen Lebensbereichen führt kein Weg an den Produkten aus dem märkischen Sauerland vorbei. Sie werden immer von Menschen hergestellt. Zwanzig ausgewählte Arbeiterinnen und Arbeiter, ob Alt oder Jung, deutsch, italienisch oder türkisch, im Arbeitsprozess stehend, arbeitslos oder Frührentner, wurden für die Ausstellung fotografiert und interviewt.

Düt und dat

Am Schluss des Hauptrundgangs steht mit "Düt un dat" ein kleines Musée Sentimental des märkischen Sauerlandes. In diesem Raum wird Geschichte durch Geschichten und Anekdoten erzählt, die sich um bestimmte Objekte und Personen ranken. Objekte sind z. B. ein Porträt des preußischen Generals von Wolffersdorf, der im 18. Jahrhundert versucht haben soll, Altenaer Drahtzieher zum Militärdienst zu pressen, obwohl sie durch ein königliches Privileg dagegen geschützt waren, oder aber ein Transmissionsriemen, auf dem alle 10 cm "gestohlen bei I. D. Geck, Altena-Rahmede" geprägt war, wodurch der Firmeninhaber in der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges verhindern wollte, dass ihm seine Arbeiter die Lederriemen stahlen und damit angesichts des Rohstoffmangels ihre Schuhe besohlten. Märkische Besonderheiten, Persönlichkeiten und Skurrilitäten verdichten sich auf diese Art und Weise zu einem Panoptikum.

Museumsshop

Im Museumsshop erwartet die Besucher ein buntes Sortiment von über 200 Artikeln für Groß und Klein. Dazu zählen Führer durch die Dauerausstellung, Bücher über Sammlungsschwerpunkte sowie Kataloge zu aktuellen und früheren Sonderausstellungen. Museumsbesucher finden im Shop außerdem Ansichtskarten, Schmuck und Spielzeug (z.B. Plüscheulen, Holzschwerter und Ritterfiguren), Darüber hinaus können Gäste dort kleine Erinnerungen wie einen Bausatz der Burg Altena, T-Shirts mit Burg- und Rittermotiven, Tassen und Wandteller aus Porzellan erwerben. Hinter dem Ausgang aus dem Shop liegt ein Gästebuch aus.  Besucher können gerne darin Ihre Meinung über das Museum niederschreiben. 

Zuletzt aktualisiert am: 06.02.2015