Waffenruhe 1648 – Spuren des Dreißigjährigen Krieges im Märkischen Kreis

Friedensschwur im Rathaus zu Münster am 15. Mai 1648
Ausstellungsinszenierung Der Schwarze Tod Ausstellungsinszenierung Waffengewalt Kriegskasse, 17. Jahrhundert

Das berühmte Gemälde „Waffenruhe“ des Düsseldorfer Hofmalers Johann Spilberg d. J. aus dem Jahre 1648 aus dem Besitz der Museen Burg Altena gab der Ausstellung den Titel. Sie fand aus Anlass des 350-jährigen Jubiläums des Westfälischen Friedens statt. In fünf Bereichen dokumentierte sie mit zum Teil außergewöhnlichen Exponaten den Kriegszustand während des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 und das lang ersehnte Kriegsende.
Die Grafschaft Mark blieb weitgehend von Gefechten verschont. Dennoch war der Alltag der Bevölkerung bereits im Vorfeld geprägt von wechselnden Besatzungen, hohen Steuerlasten, winterlichen Einquartierungen von Soldaten, Plünderungen und Hungersnot. Ursache dafür war der „Jülich-Klevische Erbfolgestreit“. Er bildete den Einstieg in die Thematik, die mittels Porträts und Urkunden veranschaulicht wurde.
Der Bereich „Der Krieg ernährt den Krieg“ handelte vom Prinzip der Kriegsfinanzierung. Die Bewohner des Landes mussten für Unterkunft und Verpflegung einquartierter und durchmarschierender Soldaten sorgen und die Feldherren pressten Sold für ihre Truppen auch aus den Ämtern und Kirchspielen der Grafschaft Mark. Eine Kriegskasse, Klage- und Bittschriften an die Landesherren sowie Schutzbriefe und Rechnungen gaben eindrucksvoll Zeugnis davon ab.
Im Zentrum der Ausstellung verwies eine Inszenierung von Kriegsgerät auf die „Waffengewalt“. Kupferstiche dokumentierten Schrecken und Grauen des Krieges. Die größten Bevölkerungsverluste in dieser Zeit gingen auf das Konto von Seuchen, vor allem der Pest. Davon berichtete der Bereich „Der Schwarze Tod“. Hier gesellten sich zu einem Skelett mit Sense Ratten, deren Flöhe die Krankheit übertrugen.
Neben dem Gemälde von Spilberg war in dem letzten Ausstellungsbereich „Waffenruhe“ ein Privileg des Erzbischofs und Kurfürsten Ferdinand von Köln zur Abhaltung zweier Jahr-, Pferde- und Viehmärkte für die Freiheit Affeln zu sehen. Es war für die Wiederbelebung der heimischen Wirtschaft gedacht.

Ausstellungszeitraum:

14.05. - 02.08.1998
Zuletzt aktualisiert am: 23.09.2013