Stall und Stern – internationale Krippen

Die einen stellen sie an Weihnachten zu Hause auf, die anderen bewundern sie während der Weihnachtszeit in Kirchen und Kapellen: die Weihnachtskrippen. Wie wunderbar sie sich auch in einem Museum präsentieren können, zeigte die Sonderausstellung „Stall und Stern – internationale Krippen“. Der Nachdruck der Schau lag nicht nur darin zu zeigen, wie sehr das Krippenbrauchtum in der ganzen Welt ausgebreitet ist, sondern auch auf der Veranschaulichung der immensen Vielfalt in der Ausgestaltung der Krippen. Insgesamt 53 Beispiele aus vier Kontinenten – Europa, Amerika, Afrika, Asien – waren vertreten. Die Objekte stammten aus folgenden Ländern: Deutschland, Österreich, Holland, Belgien, Frankreich, ehemalige Tschechoslowakei, Polen, Dänemark, Spanien, Portugal, Mexico, Peru, Bolivien, Tansania, Malawi, Philippinen, Japan, Taiwan und Indien. Zu den unterschiedlichen Stoffen, aus denen die Krippen gearbeitet waren, gehörten unter anderem Holz, Gips, Porzellan, Terrakotta, Papier, Bast, Glas und Zinn.
Es wurde deutlich, dass die Krippen der einzelnen Nationen beziehungsweise Landschaften landestypische Eigenarten aufweisen. Diese können sich in der Materialwahl sowie in der Kleidung der Figuren, in den Figurentypen, in der Auffassung der Landschaft oder des Stalles, aber auch in der Wahl der Tiere und in der Hineinnahme genrehafter Nebenszenen äußern. Ein Exemplar aus Bolivien war zum Beispiel um eine Alltagsszene mit Bauern bei der Ernte erweitert. Ferner glich der Stall einer polnischen Tragekrippe einem Kirchenbau, der die Türme der Krakauer Marienkirche zitierte, und eine Krippe aus Tansania war nicht nur aus dem dort vorkommenden Ebenholz geschnitzt, sondern in den Figuren begegneten Schwarzafrikaner. Über 100 Jahre Krippengeschichte wurden aufgerollt, denn die ältesten ausgestellten Krippen entstanden in der zweiten Hälfte der 19. Jahrhunderts, die jüngsten in den 1990er-Jahren. Im Laufe der Ausstellungsdauer kam noch eine weitere Krippe dazu, die Kinder im Rahmen einer museumspädagogischen Aktion in den Museen Burg Altena gestaltet hatten. Für die musikalische Untermalung der Objekte sorgten internationale Weihnachtslieder, die leise im Ausstellungsraum ertönten. Den Großteil der in Altena gezeigten Objekte hatte das Krippenmuseum in Telgte, Kreis Warendorf, zur Verfügung gestellt.

Ausstellungszeitraum:

30.11.1996 - 12.01.1997
Zuletzt aktualisiert am: 09.09.2013