Häusliche Gewalt an Frauen im Kontext von Flucht und Migration

23.11.2017, 14-18 Uhr, Aula der Berufskollegs Raithelplatz, Lüdenscheid

Häusliche Gewalt ist nicht allein ein Problem sogenannter sozial benachteiligter Familien, sondern findet in allen gesellschaftlichen Schichten statt. Rollen-und Familienbilder sind im Hinblick  auf Flucht und Migration in diesem Kontext ebenfalls zu berücksichtigen.
Die Hälfte aller Hilfegesuche im Frauenhaus des Märkischen Kreises besteht aktuell aus Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen. Geflüchtete Frauen sind häufig Opfer von Partnergewalt oder geschlechtsspezifischer Verfolgung geworden. Auf ihrer Flucht nach Deutschland sind viele der Frauen zudem größeren Gefahren ausgesetzt als Männer und mussten oftmals sexuelle Gewalt erfahren oder sind Opfer von geschlechtsspezifischer Verfolgung geworden. Traditionelle, patriarchalische Rollenverständnisse innerhalb von Partnerschaft und Familie können dies potenzieren.
Das Ziel des Fachtages besteht daher darin, eine gute Transparenz der vorhandenen Unterstützungsangebote herzustellen und diese möglichst niedrigschwellig gewährleisten zu können. Dabei werden Referentinnen sowohl aus der Praxis, der Projektarbeit, als auch aus der Forschung, ihre jeweiligen Perspektiven veranschaulichen und Transfermöglichkeiten zur praktischen Arbeit im Märkischen Kreis bieten.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung bis zum 09. November 2017 mit Wunsch der Diskussionsrunde ist erforderlich.

Ablauf und Programm

  • 14:00 bis 14:30 Uhr: Stehcafé und Austausch
  • 14:30 bis 14:45 Uhr: Begrüßung
  • 14:45 Uhr: Impulsvortrag von Lisa Reiner, Bergische Universität Wuppertal: „Veränderung aller Verhältnisse? Perspektiven von Flucht-und Migrationserfahrungen von Mädchen* und Frauen* zwischen Ohnmacht und Ermächtigung“
  • 15:30 bis 15:45 Uhr: Pause, Aufteilung in die Gruppen
  • 15:45 Uhr bis 17:15 Uhr: Vortrags- und Diskussionsphase
  • 17:15 Uhr bis 17:45 Uhr: Abschluss

Impulsvortrag: Frau Reiner, Bergische Universität Wuppertal:

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Veränderung aller Verhältnisse? Perspektiven von Flucht-und Migrationserfahrungen von Mädchen* und Frauen* zwischen Ohnmacht und Ermächtigung

Der Weg von Flucht oder Migration bringt ein großes Spektrum an Erfahrungen mit sich, gerade für vulnerable Personengruppen wie Mädchen* und Frauen*. Außerdem kommt es für die Betroffenen nicht selten zum Ein- oder Umsturz vieler Grundpfeiler der Selbstverortung und Veränderungen der Positionen des bisherigen sozialen Gefüges. Die neue Situation, z. B. des Aufenthalts in einem EU-Staat, ist eine weitere Station zwischen erneuten Anforderungen, aber auch neuen Möglichkeiten. Was kann diese Situation für die bisherigen Geschlechter- und diesbezügliche Machtverhältnisse bedeuten und welche Leistung erbringen die Betroffenen, um sich zwischen allen Verhältnissen neu zu verorten?

*LSBTTI-Personen: Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle

Diskussionsrunde 1: Frau Bläser, Projektleitung Heroes Köln:

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Rollenverständnisse in Familien mit Migrations-oder Fluchterfahrung

Psychische wie auch physische Gewalt diktiert heute immer noch das Leben vieler Mädchen und Frauen. Auch über mehrere Generationen hinweg, werden immer noch Mädchen und Frauen kontrolliert, bewacht und eingesperrt. Sonja Fatma Bläser, Frauenrechtlerin, Buchautorin und Fachreferentin für die Themen familiäre Gewalt, Zwangsheirat und Ehrenmord, greift in ihrem Vortrag auf einen immensen Fundus an Erfahrungen und Wissen zurück. Dabei lenkt sie ihren Blick nicht nur auf Rollenverständnisse innerhalb Familien mit Migrations-oder Fluchterfahrung, sondern geht ebenfalls auf Gewalt unter geflüchteten Menschen ein.

Diskussionsrunde 2: Frau Rosenbach, Koordinierende Kinderschutzfachkraft MK:

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Häusliche Gewalt in Flüchtlingsfamilien-Sicherstellung des Kinderschutzes

Häusliche Gewalt beschreibt die Gewalt in Partnerschaften sowie die Gewalt während und nach der Trennung. Häusliche Gewalt trifft immer auch Kinder. Der Vortrag sensibilisiert dahingehend, Hinweise auf Gewalt innerhalb der Familie und deren Auswirkungen auf das Kindeswohl als Helfer wahrzunehmen. Des Weiteren werden Handlungsmöglichkeiten und Verantwortlichkeiten aufgezeigt. Ergänzt werden die Vortragsinhalte durch praktische Beispiele und Zahlen und Fakten aus dem Kreisjugendamt.

Diskussionsrunde 3: Frau Scheurer, Flüchtlingsrat NRW:

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Gewaltschutzkonzept für Gemeinschaftsunterkünfte

Nach den gewalttätigen Übergriffen auf Flüchtlinge in einigen Landesaufnahmeeinrichtungen in NRW im Jahre 2014, hat in Nordrhein-Westfalen ein Umdenken eingesetzt. Um Flüchtlinge auch nach ihrer Ankunft vor weiteren Gewalterfahrungen zu schützen, wurde das Landesgewaltschutzkonzept (LGSK) entwickelt, welches im Frühjahr 2017 in Kraft getreten ist. Dieses hat zum vorrangigen Ziel, die Gruppe der besonders Schutzbedürftigen (Mädchen und Jungen, sowie Frauen und LSBTTI-Personen*) in Landesunterkünften besonders zu schützen.
Können sich Frauen und Mädchen, die vor Gewalt und Verfolgung nach Deutschland fliehen, in den Flüchtlingsunterkünften des Landes NRW sicher vor weiterer Gewalterfahrung fühlen? Im Vortrag werden die Inhalte und Errungenschaften des Gewaltschutzkonzeptes für die Flüchtlingseinrichtungen des Landes NRW erläutert und auf Ihre Umsetzung und Wirkung überprüft.

Kontakt

Frau Stausberg
02351 / 966-6514
02351 966886514
s.stausberg@maerkischer-kreis.de

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Zuletzt aktualisiert am: 23.10.2017