Ambulante Dienste
Pflegedienste und andere
Ambulante Dienste, das sind alle Angebote, die älteren, pflegebedürftigen oder behinderten Menschen bei der Pflege zu Hause helfen. In den letzten Jahren haben sich drei Sparten von Angeboten entwickelt:
- Pflegedienste (Grundpflege, Krankenpflege)
- Hauswirtschaftsdienste (Einkaufen, Kochen, Putzen etc.)
- Komplementäre Dienste (Essen auf Rädern, Fahrdienst, Hausnotruf usw.)
Viele ambulante Dienste können Hilfen in allen drei Bereichen anbieten. Wenn nicht, vermitteln die meisten den Kontakt zu anderen Anbietern. Was ein ambulanter Dienst für einen tun kann, erfährt man am besten bei einem sogenannten Erstgespräch. Steht schon eine Pflegestufe fest, kann man Erstgespräche über die Pflegekasse abrechnen. Ansonsten muß man zwischen z. Z. 16,62 und 21 € selbst bezahlen. Um Preise und Leistungen der ambulanten Dienste vergleichen zu können, ruft man am besten gleich mehrere ambulante Dienste aus der näheren Umgebung an. Welche Pflegedienste in Ihrer Nähe es gibt, erfahren Sie aus den Übersichten für Ihre Gemeinde oder Nachbarstadt.
Kosten
Die Leistungen, die ein ambulanter Dienst für den Pflegebedürftigen erbringt, werden nach einem sogenanntem Modul-system abgerechnet. Jedes einzelne Modul (Baustein) beinhaltet verschiedene pflegerische Tätigkeiten wie "Waschen, Duschen, Baden" oder "Hilfe bei Ausscheidungen". Ein Modul "verbraucht" dabei eine bestimmte Menge von Punkten. Beispiele:
Ganzwaschung 410 Punkte umfaßt:
Waschen, Duschen Baden, Mund-, Zahn- und Lippenpflege, Rasieren, Haut-, Haar- und Nagelpflege, An- und Auskleiden incl. An- und Ablegen von Körperersatzstücken, Vorbereiten/Aufräumen des Pflegebereichs
Hilfe bei der Nahrungsaufnahme 250 Punkte umfaßt:
Mundgerechtes Vorbereiten der Nahrung (auch angelieferte Warmspeisen), Lagern und Vorbereiten des Pflegebedürftigen, Darreichen der Nahrung, Entsorgen der benötigten Materialien, Säubern des Arbeitsbereiches (Spülen), Versorgen des Pflegebedürftigen (Hygiene im Zusammenhang mit der Nahrungs-aufnahme), Kenntnisvermittlung (keine Ernährungsberatung) über richtige Ernährung (z. B. Diabetiker) / ausreichende Flüssigkeitszufuhr incl. Beratung über Eßhilfen
Lagern/Betten 100 Punkte umfaßt:
Richten des Bettes, Wechseln der Bettwäsche, Körper- und situationsgerechtes Lagern, Vermittlung von Lagerungstechniken, ggf. Einsatz von Lagerungshilfen
Wieviel ein Punkt in Euro kostet, ist von Pflegedienst zu Pflegedienst unterschiedlich, auch werden die Sätze von Zeit zu Zeit angepaßt. Verbreitet sind die Punktwerte 0,034 €, 0,038 € und 0,042 €.
Meistens braucht man mehrere Module, um den Pflegebedürftigen entsprechend zu versorgen. Aber es gibt auch sogenannte Kombi-Module, in denen sonst gesondert abgerechnete Pflegetätigkeiten zusammengefaßt und mit einer niedrigen Zahl von Punkten bewertet sind als die einzelnen Module zusammen.
Den Preis für ein Modul berechnet man, in dem man die Zahl der Punkte eines Moduls mit dem aktuellen Punktwert des Pflegedienstes multipliziert. Beispiel:
- eine "Ganzwaschung" hat 410 Punkte Pflegedienst A rechnet 0,042 € pro Punkt ab: die Leistung kostet 410 x 0,042 € = 17,22 €
- eine "kleine Grundpflege mit Lagern und Betten" (Kombi-Modul) hat 350 Punkte. Punktwert des Pflegedienstes B: 0,039 €. Hier kann der Pflegedienst 350 x 0,039 € = 13,65 € abrechnen.
- die gleiche Pflegeleistung wird vom Dienst A erbracht und kostet 350 x 0,042 € = 14,70 €.
Das Modul- und Preissystem ist für den Laien nicht einfach zu durchschauen. Man merkt allerdings schnell, daß die zunächst gering erscheinenden Preisunterschiede zwischen den Diensten sich am Ende erheblich auswirken können. Schwerer wird es oft sein, die einzelnen Module für die notwendigen Pflegeleistungen herauszufinden und zu entscheiden, ob und welche (preiswerteren) Kombi-Module wie oft im Monat erforderlich sind. Gleichzeitig wird zu überlegen sein, welche Hilfen Angehörige noch selbst leisten wollen und können, um eine optimale, aber nicht zu teure Pflege zu gewähr-leisten.
Daher noch einmal der Rat: Informieren Sie sich vorher über die Punktwerte des Pflegedienstes, lassen Sie sich dort beraten und einen Kostenvoranschlag machen, und zwar durchaus auch von verschiedenen Diensten. Der Pflege-Info-Dienst berät Sie selbstverständlich auch und kann beim Vergleich der Kostenvoranschläge behilflich sein.


