4. Themenfrühstück „Integrative Seniorenarbeit“
Themenfrühstück "Älter werden im Märkischen Kreis" in Hemer
Den demografischen Wandel als "Chance zu Veränderung und neuem Denken nutzen", will Landrat Thomas Gemke. Über ein Viertel der Märker seien mittlerweile 60 Jahre und älter - Tendenz steigend. Ziel sei es, älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern ein attraktives Lebensumfeld zu bieten, in dem es möglich ist, so lange wie möglich selbstbestimmt und selbständig in der eigenen Wohnung leben zu können. Dafür müssen nachhaltige Konzepte für eine offene Seniorenarbeit vor Ort her.
Unter dem Schwerpunktthema "Integrative Seniorenarbeit" lud daher der Märkische Kreis zum 4. Themenfrühstück "Älter werden im Märkischen Kreis" in das Jugend- und Kulturzentrum Hemer ein. Hier kommen die unterschiedlichsten Akteure aus Pflege, Ehrenamt, Krankenhaus, Pflegekassen, Wohlfahrtsverbänden, Wohnungsbaugesellschaften, der Kreispflegekonferenz und den Kommunen zusammen, um sich besser kennen zu lernen, sich auszutauschen und Netzwerke zu bilden.
Bürgermeister Michael Esken führte in seinem Grußwort aus, dass in Hemer bereits seit 2005 eine Anlaufstelle für Senioren existiere. Auch sprach er dem Seniorenbeirat als Sprachrohr für die ältere Generation eine wichtige politische Kontrollfunktion zu. Der Verwaltungsvorstand der Stadt Hemer denkt aber schon einen Schritt weiter. So kündigte Esken an, die Sozialabteilung und das Jugendamt zu einem integrativen Jugend- und Sozialamt unter Federführung des Baudezernenten zusammen zu führen. Gemeinsam mit der Demografiebeauftragten solle somit sicher gestellt werden, dass die Stadtentwicklung langfristig in die richtige Richtung geht.
Über die Erfahrungen der Stadt Dortmund mit ihrem Konzept der "Integrativen Seniorenarbeit" sprach Reinhard Pohlmann, Bereichsleiter für Seniorenarbeit bei der Stadt Dortmund. Dabei ging es um die Vernetzung wohnortnaher Beratungs- und Unterstützungsangebote in der Altenhilfe und in der Pflege. Dabei wurden rund 500 Akteure eingebunden. In den 12 Stadtbezirken der Ruhrgebietsstadt mit 587.000 Einwohnern wurden dezentrale Anlaufstellen geschaffen, die mit Mitarbeitern der Stadt und der Wohlfahrtsverbände besetzt sind. Ihre Aufgabe ist es, ältere Menschen individuell zu beraten und konkrete Hilfen zu organisieren.
"Viele alleinlebende ältere Menschen sind teilweise mit der Bewältigung ihres Alltags überfordert. Oft reichen Hilfen beim Einkauf, ein Begleiter bei Arztbesuchen oder Behördengängen, oder eine Haushaltshilfe die ab und zu mal sauber macht", sagt Pohlmann. Ehrenamtliche sind dazu auch häufig bereit. Allerdings wollen auch sie betreut werden. Er ist stolz darauf, dass die Stadt Dortmund bereits den Einsatz von 350 Ehrenamtlichen koordiniert. Rund 70 Prozent der Beratungstätigkeit betrifft den Bereich Altenhilfe. Seit Mai kommt die Stadt Dortmund der Forderung nach "Pflegestützpunkten" nach, indem sie in einem rollierenden System Mitarbeitern der Pflegekassen in den dezentralen Anlaufstellen Sprechstunden einräumt und im Gegenzug Mitarbeiter der Seniorenberatung stundenweise zu den Pflegekassen schickt. Ziel ist es hier, den "Kunden" doppelte Wege zu ersparen und einen Service aus einer Hand anzubieten.


