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Schulpartnerschaft Myslenice

Im April 1990 waren zwei Lehrer des GBBK, Hermann Morisse und Otto Bodenheimer, in der polnischen Partnerstadt Lüdenscheids, Myslenice. Dabei lernten sie auch die damalige Medizinische Oberschule kennen und im Gespräch mit den polnischen Kollegen entstand die Idee, eine Schulpartnerschaft anzustreben. Diese Idee wurde später sowohl in der Schülerschaft als auch bei den Lehrern besprochen und durchweg positiv aufgenommen.

Nach einem einstimmigen Beschluss der Schulkonferenz und nach der Zustimmung durch Schulaufsicht und Schulträger konnte im April 1991 anlässlich eines Gegenbesuchs aus Myslenice offiziell der Partnerschaftsvertrag unterzeichnet werden.
In diesem Vertrag heißt es unter anderem: „Diese Partnerschaft soll der allgemeinen Völkerverständigung dienen und jungen Menschen beider Länder die Gelegenheit geben, sich besser kennenzulernen. So kann sie dazu beitragen, Vergangenheitsprobleme zu bewältigen und Menschen unterschiedlicher Gesellschaftsordnungen einander nahezubringen.“

Um die Schulpartnerschaft ideell und vor allem finanziell zu unterstützten, wurde im Oktober 1991 der „Förderverein Schulpartnerschaft Medizinische Oberschule Myslenice/ Gertrud-Bäumer-Schule“ gegründet.

25 Jahre Schulpartnerschaft! Ein Grund zum Feiern - für beide Seiten

Im Jahr 2016 steht am GBBK die Schulpartnerschaft mit dem polnischen Myslenice einmal mehr besonders im Fokus. Nach je einem Schüleraustausch im April und September, wo deutsche und polnische Schüler im jeweiligen anderen Land ihre Besuche erstmals in Gastfamilien verbrachten - und neben ihren Gastfamilien und Schulen die jeweiligen Partnerstädte mit ihrer Umgebung kennenlernen konnten, folgten Schulleiterin Ursula Wortmann-Mielke und das Team der Schulpartnerschaft nun kürzlich der Einladung zu den offiziellen Feierlichkeiten nach Myslenice.

Zum 25. Geburtstag der Schulpartnerschaft konnte die Delegation feststellen, dass vieles „normal“ geworden ist im jeweiligen Miteinander – und zwar im besten Sinne des Wortes. Denn aus den einst „hilfsbedürftigen“ Freunden im polnischen Myslenice von einst ist längst eine Freundschaft auf Augenhöhe geworden. Davon konnte sich die 9-köpfige Delegation aus Lüdenscheid, der u.a. die Schulpartnerschaftskoordinatoren Jaroslaw Klimczuk, Ellen Hirsch und Antje Lamschik angehörten, ein genaues Bild machen.

Eine Führung durch die Schule und die Teilnahme am Unterricht der Partnerschule machten sehr deutlich, dass längst Computer und andere neue Medien Einzug in den polnischen Schulalltag gehalten haben. So war auch nicht nur bei der Begrüßung und bei der Verabschiedung jeweils eine unverkrampfte und angenehme Atmosphäre, sondern von der polnischen Herzlichkeit konnten sich die Kollegen des Gertrud-Bäumer-Berufskollegs während des insgesamt dreitägigen Aufenthaltes einmal mehr überzeugen.Denn nicht nur gesellige Abende wurden miteinander verbracht, sondern auch eine Fahrt nach Krakau durfte nicht fehlen.

Offiziell wurde es am Freitag – und am Samstagabend, wo die Feierlichkeiten anlässlich des Partnerschaftsjubiläums im Mittelpunkt standen. Ein Abendessen beim Bürgermeister Maciej Ostrowski fand am Freitagabend statt und die schulischen Festivitäten mündeten am Samstagabend in ein Festakt. Renata Pitala - polnische Schulpartnerschaftskoordinatorin der ersten Stunde strich hierbei heraus: „Wir haben einmal mehr gesehen, dass unsere Partnerschaft auch nach 25 Jahren nicht nur einfach sehr gut läuft, sondern erwachsen geworden ist und damit besonders tragfähig!“ Auch Schulleiterin Ursula Wortmann-Mielke machte bei ihrer Ansprache deutlich: „Ich freue mich sehr, dass unsere Partnerschaft so lebendig funktioniert und so viele Kräfte auf beiden Seiten daran mitwirken! Für dieses Engagement möchte ich mich sehr herzlich bedanken!“ Beide Schulleitungen hätten bereits Ideen zur Weiterentwicklung der Partnerschaft ausgetauscht. Ein Ziel für die nahe Zukunft sei der Austausch von Lehrerinnen und Lehrern sowie die Implementation von Schülerpraktika in den Partnerschulen.

Ebenso ließ es sich Otto Bodenheimer, Mitbegründer des polnisch-deutschen Miteinanders von Seiten des GBBK, nicht nehmen, seine emotionale Verbundenheit zu betonen: „ Als Pensionär ist es für mich sehr schön zu sehen, dass es inzwischen auf beiden Seiten sehr viele junge Kollegen gibt, die sich für diese Partnerschaft interessierten!“ Damit sei ein gutes Fundament auch für die Zukunft gelegt. Auch er hob seinen Dank an die Partnerschaftskoordinatoren auf beiden Seiten hervor: „Ich bin glücklich, dass das aktuelle Partnerschafts-Team des GBBK diese Partnerschaft so vorbildlich weiterführt und auch weiterentwickelt.“

Nach einem gemütlichen gemeinsamen Ausklang kehrte die Delegation vom GBBK in der Nacht zum Montag mit vielen positiven Eindrücken und dem Ausblick auf weitere gute Zusammenarbeit von dem Besuch der Partnerschule zufrieden zurück.

Im Nachgang schrieb Renata Pitala, Lehrerin an der Schule in Myslenice einen bewegenden Artikel, den Sie unter dem Link "mehr Informationen" finden.

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25 Jahre Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen Malopolska Szkola Goscinnosci und Gertrud-Bäumer-Berufskolleg

Als vor 25 Jahren zwei Männer mit langen Haaren und Vollbart an die Bürotür der damaligen Schulleiterin Anna Kopala angeklopft hatten, fühlte sie sich etwas beunruhigt. Sie traute ihnen auch nicht, als sie mit Hilfe eines Dolmetschers die Schulpartnerschaft zwischen den beiden Schulen vorgeschlagen haben. Sie ging jedoch das Risiko ein. Es stellte sich schnell heraus, dass die Gäste zwei Lehrer des GBBK in Lüdenscheid waren - Otto Bodenheimer und Hermann Morisse. Damals ahnte niemand, dass die Zusammenarbeit nicht nur mehr als 25 Jahre dauern wird, sondern sich zu einer tiefen Freundschaft zwischen den Lehrern und Schülern beider Schulen entwickeln wird.

In Lüdenscheid wurde sehr schnell ein Förderverein gegründet, der sich um die finanziellen Mittel kümmerte. Dank der Arbeit des Fördervereins hatte unsere Schule Geräte erhalten, von denen andere Schulen in Myslenice nur träumen konnten - das erste Faxgerät, der erste Kopierer, die erste Videokamera, die ersten guten Lautsprecher, sogar das Kopierpapier und die Kreide.

Jedes Jahr fanden ein bis zwei Treffen der Schüler und Lehrer statt. Die deutschen Lehrer wollten die polnische Lebensweise kennenlernen und kamen gern nach Myslenice, während die deutschen Schüler zuerst diesbezüglich etwas Bedenken hatten. Es war schwierig, eine Schülergruppe zu finden, da die damals herrschenden Stereotype besagten, dass Polen ein wildes Land sei, in dem es nichts zu essen gäbe, chaotische Umstände herrschten und auf den Straßen „Weißbären“ liefen. Es war sehr bewegend, die deutschen Schüler zu beobachten, als sie nach dem Aufenthalt in Myslenice mit Tränen in den Augen sich von unseren Schülern verabschiedeten und beteuerten, dass sie auf jeden Fall nach Polen wiederkommen. Otto Bodenheimer setzte sich auch die Auseinandersetzung der deutschen Schüler mit ihrer schwierigen Geschichte zum Ziel. Jede deutsche Schülergruppe besuchte das Konzentrationslager in Auschwitz. Sie kamen verändert wieder.

Die Begegnungen beeinflussten die gegenseitige Wahrnehmung der Schüler. Die deutschen Jugendlichen stellte schnell fest, dass jenseits der Ostgrenze jungen Menschen mit denselben Problemen, Träumen und Freuden wohnen. Die polnischen Schüler hingegen überzeugten sich rasch, dass sich das Klischee „Ordnung muss sein“ nicht unbedingt immer auf die junge Generation bezieht und auch Deutsche locker sein können und viel Humor haben.

Ein wichtiger Aspekt aller Begegnungen war, auf den Anderen einzugehen. Alle Schüler sagten einstimmig, wir treffen unsere neuen Freunde. Sie hatten keine Angst vor dem Fremden und hatten große Freude daran, neue Leute kennenzulernen.

Vom 29.09 – 2.10.2016 hatten wir die Gelegenheit, uns an die Anfänge zu erinnern. Wir hatten bei uns Kolleginnen und Kollegen des GBBK zu Gast - ohne sie wäre die Partnerschaft nicht möglich. Während der Jubiläumsfeier in der Schulaula haben wir uns bei denen bedankt, die diese Partnerschaft jetzt organisieren.

Wir hatten auch die Gelegenheit zu zeigen, wie sich unsere Schule in den letzten 25 Jahren verändert hat und unsere Schüler konnten ihre Kochkünste unter Beweis stellen. Wir gratulieren und freuen uns auf das nächste Jubiläum.

Renata Pitala

(Übersetzung Jaroslaw Klimczuk)

Wir waren wieder in Myslenice!!

Liebe Schülerinnen und Schüler!

Es war wieder wunderschön! Wir besuchten unsere Partnerschule in Myslenice (Polen).

Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Partnerschule haben wir vier spannende Tage erlebt. Die Fahrt fand vom 4-8.April 2016 statt. Erstmals erfolgte die Unterbringung einzeln in den Gastfamilien in Myslenice.

Diese Fahrt wurde gesponsert von der Sparkasse Lüdenscheid und der DPJW. Vielen Dank dafür!

Den Artikel zur Fahrt findet ihr hier: 2016-04-04-08 Schülerfahrt nach Myslenice

Wer nicht dabei sein konnte, nicht traurig sein! Wir fahren wieder nach Myslenice!

Und bei wem die Sehnsucht jetzt schon zu groß ist, der kann sich hier den Film über Myslenice ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=-EujVQEj7xU?