Kontakt | Impressum | Lageplan Lüdenscheid | Lageplan Plettenberg

09.03.2017 Erfolge der PIFK im Praktikum

Seit April 2016 haben die Berufskollegs im Märkischen Kreis Internationale Förderklassen eingerichtet, um den nach Deutschland gekommenen jungen Menschen die Erreichung des Hauptschulabschlusses nach Klasse 9 und damit eine Perspektive auf Integration in Deutschland zu geben. Am heimischen Gertrud-Bäumer-Berufskolleg wurde nach Einrichtung der Klasse PIFK am Standort Plettenberg der Schwerpunkt hauptsächlich auf die Vermittlung der deutschen Sprache gelegt, daneben aber auch auf Weitergabe von Werten und Normen sowie das Erlernen der Inhalte des Fachbereiches Ernährung und Kochen.

„Um im nächsten Schritt den Schülern auch die Arbeitswelt näher zu bringen, haben wir uns entschlossen, die Schüler in ein dreiwöchiges Praktikum zu schicken.“ stellte Sieglinde Drees, Klassenlehrerin der Internationalen Förderklasse PIFK, dar. Es sei zunächst nicht so einfach gewesen, in den größeren Industriebetrieben Plätze zu bekommen, da es dort verbreitet eine Zurückhaltung wegen des mangelnden Sprachverständnisses gegeben habe. Allerdings sei man bei den heimischen Handwerksbetrieben deutlich offener gewesen und so konnten bereits mehr als die Hälfte der Schüler in ein Praktikum vermittelt werden.

„Die Erfahrungen sind auf beiden Seiten sehr positiv gewesen!“ betonte Drees. Sowohl die beiden Unternehmen Goldbäckerei Grote und die Tischlerei Holz Hoffrecht aus Werdohl, als auch beim St. Josefs Seniorenheim aus Plettenberg zeigte man sich mit den Ergebnissen des Pilotprojektes im Hinblick auf Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sehr zufrieden.

Renate Vorstmann, Hauswirtschaftsleitung des Seniorenheims, äußerte sich lobend: „Engagement und Interesse haben uns überzeugt! Anfängliche Befürchtungen bezüglich der Verständigung haben sich nicht bestätigt.“

Diplom Ingenieur Ralf Schawag von der Firma Schawag Technik und Service sieht das Einsatz der Handwerkskammern bestätigt: „Durch Willkommenslotsen der Handwerkskammern sind 3500 Flüchtlinge in Handwerksbetrieben deutschlandweit vermittelt worden!“ Dazu habe man vor Ort mit drei Auszubildenden beigetragen. „Das tun wir nicht etwa für die Statistik, sondern aus Überzeugung, denn am Ende gibt es nur Gewinner – unser Unternehmen bekommt neue motivierte Mitarbeiter und die Jugendlichen bekommen ein solides berufliches Fundament.“

Durch das Praktikum könne am Besten herausgefunden werden, ob eine Ausbildung in seinem Unternehmen Richtige sei. Am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg ist man vor diesem Hintergrund hoch erfreut, dass mit dem Versuch, Schüler der Internationalen Förderklasse in Praktika und damit in Kontakt zur Arbeitswelt zu bringen, ein guter Weg eingeschlagen worden ist. Schulleiterin Ursula Wortmann-Mielke sieht hierin einen entscheidenden Schritt: „Integration gelingt zunächst über das Erlernen der Sprache, aber das Fundament für eine dauerhafte Eingliederung in die Gesellschaft wird im Anschluss über beruflichen Erfolg gelingen!“ Mit den erfolgreichen Praktika sei man nun hier ein gutes Stück voran gekommen.