Burgrock ohne Katzenjammer – THE KILIANS springen spontan ein!
Katzenjammer müssen alle Termine im August und September aus gesundheitlichen Gründen absagen. Marianne – die Sängerin – hat eine ernstzunehmende Kehlkopfentzündung und der Arzt hat ihr dringend ans Herz gelegt, bis zur Genesung keine weiteren Shows zu spielen um bleibende Schäden auszuschließen. Die Band hat sich wirklich auf die Shows gefreut und ist sehr traurig die Termine absagen zu müssen. Es tut uns wahnsinnig leid, euch diese traurige Nachricht übermitteln zu müssen. Wir können euch versichern, dass die Band alles dafür geben würde bei euch aufzutreten.“ So der Originaltext der Künstleragentur zur Absage des Auftritts beim diesjährigen Burgrock-Festival am kommenden Samstag.
So eine Nachricht drei Tage vorm Konzert ist der Super-GAU für jeden Veranstalter, aber bei Krankheit hilft keine Diskussion. Es tut uns sehr leid für alle Katzenjammer-Fans, die sich wie wir schon sehr auf die Show gefreut hatten. Wir haben dafür alles getan, um in der Kürze der verbleibenden Zeit für Ersatz zu sorgen. Um so glücklicher sind wir, mit den KILIANS eine Band gefunden zu haben, die zwar musikalisch nicht mit Katzenjammer vergleichbar ist, aber dennoch klasse ins Burgrock-Programm passt!
The Kilians
Hurra, sie leben noch! Dabei trug ihr Debütalbum den Titel "Kill The Kilians" und die Bandmitglieder der Kilians hatten sich alle Mühe gegeben, sich auf und abseits der Bühne Verletzungen zuzuziehen. Aber fünf junge Männer bringt so schnell nichts um. Auch nicht der rasante Erfolg.
Noch ehe ihre erste CD erschien, haben die Kilians ihren Indierock bei "Rock am Ring" und "Rock im Park" präsentiert. Sie waren im Vorprogramm von den Babyshambles, The Cooper Temple Clause, Wir Sind Helden, den Beatsteaks und Björn Dixgård von Mando Diao zu sehen. Auch die Clubs ihrer eigenen Konzerte wurden größer und größer. Eine zeitlang konnte man in NRW kaum das Radio einschalten, ohne "When Will I Ever Get Home" zu hören. Und sie wurden 2007 für die "Eins Live Krone" als bester Newcomer nominiert.
Die Musikzeitschriften hielten es immer wieder für erwähnenswert, dass so eine Band "ausgerechnet" aus Dinslaken komme. Als hätten Liverpool, Omaha oder Borlänge immer schon einen musikalischen Weltruf gehabt. Dabei ist es gar nicht so schlimm, in dieser niederrheinischen Kleinstadt aufzuwachsen – aus Langeweile spielt man eben Fußball oder gründet eine Band. (Überraschend dabei: Es gibt einige Dinslakener Bands mit Plattenvertrag, aber nicht einen erfolgreichen Fußballverein.)
In Dinslaken wird zwar immer noch geprobt, doch die Stadt ist längst nicht mehr die Heimat aller Kilians: Bassist Gordian Scholz wohnte schon bei der Bandgründung in Bochum und auch Sänger Simon den Hartog ist jetzt zum Studium nach Köln gezogen. Der neue Song "Hometown" ist aber keine Hymne auf die Schönheiten irgendwelcher Städte, sondern eine gleichermaßen euphorische wie melancholische Erinnerung an alte Freunde und die Stadt, die einen geprägt hat.
Überhaupt klingt das neue Album "They Are Calling Your Name" nachdenklicher und – das darf man bei Menschen Anfang Zwanzig wohl so sagen – etwas erwachsener als das Debüt. Natürlich sind die Stücke immer noch in jugendlichem Leichtsinn gebadet. Doch die Musik sollte nicht mehr nur gut klingen, sondern auch etwas zu melden haben: In den Texten geht es um die kleinen und großen Enttäuschungen des Lebens und um "das
Gefühl, dass etwas nicht richtig ist." Oder, wie Simon hinzufügt: "Gedanken, die sich ein junger Mensch in meinem Alter eben so macht." Exemplarisch hierfür steht die erste Single "Said & Done".
Selbstkritisch hat sich das Quintett im Proberaum an die Weiterentwicklung des eigenen Sounds gemacht. Atmosphärischer und mitreißender sollten die neuen Songs werden und dabei "weder nach Club, noch nach Stadion" klingen. Die Akustikgitarre, die Simon seit jeher lieber ist als die elektrische, steht jetzt öfter im Vordergrund. Trotzdem sind die Kilians immer noch eine Rockband: Die Gitarrenarbeit von Dominic Lorberg und Arne Schult ist noch filigraner geworden, und manche Songs sind Dank Gordian Scholz am Bass und Micka Schürmann am Schlagzeug so rhythmisch, dass man schon beim ersten Hören glaubt, das verschwitzte Publikum vor der Bühne tanzen zu sehen.
Überhaupt: Jetzt, wo das Album fertig ist, gilt für die Kilians wieder "spielen, spielen, spielen". Sie möchten live überzeugen: "Das ist die einzige Form von Druck, die wir kennen", wie Simon sagt.
weitere Infos unter
http://www.the-kilians.de/info
http://www.myspace.com/thekilians