Spannende Geschichten aus der Grafschaft Mark - Der neue "Märker" ist da!

Ein bunter Strauß von interessanten landeskundlichen Themen und bemerkenswerten Personen erwartet die Leserinnen und Leser des druckfrischen "Märker". In seiner aktuellen Jahresausgabe betrachtet die Traditionszeitschrift nicht nur den Märkischen Kreis, sondern richtet den Blick auch auf Städte und Begebenheiten in der ehemaligen Grafschaft Mark.

 

An eine der ältesten heute noch vorhandenen Hofanlagen im Hagener Stadtgebiet erinnert Gerhard E. Sollbach, Professor für mittelalterliche und neuere Geschichte an der Universität Dortmund. Das Ryn-Gut in Hagen-Halden wurde erstmals in der Lehnrolle des Grafen Dietrich IV. von Limburg urkundlich erwähnt, doch dürfte der Hof bereits vor 1364 gegründet worden sein. In seiner über 600 Jahre alten Geschichte wechselte der Hof mehrmals die Besitzer und Landesherrn, war Vikariengut der lutherischen Kirchengemeinde, wurde in kurfürstlich brandenburgischer bzw. königlich preußischer Zeit als Domänenbesitz verpachtet und gelangte 1927 schließlich in den Besitz der Stadt Hagen. Während die Zukunft der mittelalterlichen Hofanlage, deren Hauptgebäude inzwischen unter Denkmalschutz stehen, im ungewissen liegt, erstrahlt die Lutherkirche in Altena seit 2007 wieder in hellem Licht und neuem Glanz. Der Vorgängerbau entstand um 1318 und war der Heiligen Katharina geweiht. Die Schutzpatronin der späteren Stadt Altena ist bis auf den heutigen Tag in den Siegeln von Kirche und Stadt präsent. Seit Einführung der Reformation im Jahre 1538 nutzt die evangelisch-lutherische Gemeinde das Gotteshaus. Die Denkmalpfleger Dr. Barbara Seifen und Dr. Dirk Strohmann vom LWL-Amt für Denkmalpflege beschreiben in ihrem gemeinsamen Beitrag die "Architektur und Innenraumfassung der Lutherkirche in Altena und ihre Sanierung in den Jahren 1992 bis 2007".

 

Seit Gründung der ersten Großloge in London im Jahre 1717 ist die Freimaurerei von Geheimnissen umwittert. Gerüchte über dubiose Riten, Mythen und Weltverschwörungstheorien ranken sich um die rätselhaften Gesellschaften und beflügeln die Fantasie von Filmemachern und Romanautoren – und dies nicht erst seit den Bestsellern des amerikanischen Autors Dan Brown! Friedrich der Große, Goethe, Lessing und Mozart zählten ebenso zu den prominenten Anhängern der Freimaurerei wie viele der amerikanischen Präsidenten, und auch in der Grafschaft Mark versammelten sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts kluge und einflussreiche Köpfe unter den Zeichen von Winkelmaß, Zirkel und Senkblei. Einen Blick hinter die Pforten des Logenhauses und Tempels der St.-Johannis-Loge Iserlohn gewährt der Hemeraner Historiker Hans Hermann Stopsack.

Mit gleich zwei Aufsätzen erinnert der akutelle "Märker" an Lüdenscheider Persönlichkeiten, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. Regionalhistoriker Dr. Dietmar Simon portraitiert den als »Roten Sauerländer« geschmähten und verfolgten Sozialdemokraten Franz Iserloh und seinen Widersacher August Selbach, seit 1874 amtierender Bürgermeister der Stadt Lüdenscheid. Der erbitterte politische Zweikampf der beiden Männer tobte in den 1880er Jahren des Kaiserreiches, in denen sich das politische und soziale Leben grundlegend wandelte und die sozialdemokratische Arbeiterbewegung auch in der südwestfälischen Industriestadt vehement bekämpft und unterdrückt wurde. Auch die Lüdenscheider Künstlerin Emmy vom Hofe ist heutzutage kaum mehr bekannt. Der Künstlerbiograph Helmut Pahl hat sich auf die Suche nach den wenigen Spuren, welche das tragische Leben der in Lüdenscheid geborenen Bildhauerin hinterlassen hat, begeben. Diese und weitere Themen finden sich im aktuellen "Märker". Die Zeitschrift kostet 10,00 Euro (+ 2,50 Euro Porto) und ist erhältlich beim Archiv des Märkischen Kreises, Bismarckstraße 15,  58762 Altena, Tel. 02352 966-7056, E-Mail: archivundbibliothek@maerkischer-kreis.de  sowie im Internet unter http://www.maerkischer-kreis.de/kultur.