Regenbogenschule kann nach Iserlohn umziehen
Deutliches Signal im Kreisausschuss für Burg-Aufzug
Die vorsorgliche geschlossene Regenbogenschule in Hemer kann schon ab 1. Juli komplett in die Hauptschule Brüderstraße nach Iserlohn umziehen. Diese erfreuliche Mitteilung machte Eckehard Beck, beim Märkischen Kreis zuständiger Fachbereichsleiter Jugend und Schule, am Mittwoch, 16. Juni 2010, in der Sitzung des Kreisausschusses. In der Förderschule des Kreises waren überhöhte Phenol- und Naphthalin-Werte gemessen worden.
"Die Hauptschule Brüderstraße soll zum Ende des Jahres aufgegeben werden. Die Schullei-tung hat uns versichert, sie rücken ein wenig zusammen, dann ist Platz für alle unsere 135 Schülerinnen und Schüler", so Beck. Der Fachbereichsleiter und Landrat Thomas Gemke bedankten sich für die große Hilfsbereitschaft in Iserlohn und Menden, aber auch bei der Landesgartenschau in Hemer. Alle hatten spontan ihre Hilfe angeboten.
"Alle Beteiligten haben zügig und sehr verantwortungsvoll gehandelt. Dafür danke ich den Mitarbeitern der Schulverwaltung sowie dem Kollegium der Regenbogenschule", so Landrat Gemke. Den betroffenen Eltern versicherte der Landrat, der Kreis werde alles in seiner Macht stehende tun, um wieder einen geregelten Unterricht in der Regenbogenschule zu ermögli-chen. "Wir sind fest entschlossen, die Kinder sowie die Lehrerinnen und Lehrer erst dann wie-der in die Klassenräume zu lassen, wenn eine Gesundheitsgefährdung nach menschlichem Ermessen auszuschließen ist."
Zur Gefährdungsabschätzung und zum weiteren Vorgehen äußerten sich Gebäudemanager Michael Brosch und ein Vertreter des Gutachters. Bei der Übernahme des 80 Jahre alten Ge-bäudes auf dem Gelände der ehemaligen Blücherkaserne habe es keine Hinweise auf mögliche Schadstoffe gegeben, so Brosch. Eine Komplett-Untersuchung der Regenbogenschule wäre seiner Meinung nach unsinnig, weil man nicht wisse, wonach man suchen soll. Der Ver-treter des Gutachterbüros erklärte, man habe den Boden an 20 Stellen geöffnet. Die als Ursache vermutete Asphaltschicht sei seinerzeit unter Verbundestrich eingebaut worden. "Das konnte man bei der Sanierung nicht erkennen." Die in den vier betroffenen Klassenräumen ermittelten Schadstoffwerte seien mit Vorsicht zu bewerten. Sie seien unter Worst-Case-Bedingungen, also bei geschlossenen Fenstern, ermittelt worden. Die Messungen in den übrigen Klassenräumen seien bei "realen Bedingungen" erfasst worden. Die Ergebnisse werden Anfang nächster Woche erwartet. Fest stehe für das Gutachterbüro: "Es wird saniert werden müssen - wie umfangreich, wird sich zeigen."
Zweites zentrales Thema im Kreisausschuss war die Beschlussfassung zum geplanten Burg-Aufzug in Altena. Zwar wurde eine Abstimmung in den Kreistag nächste Woche verschoben, weil die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen noch Beratungsbedarf angemeldet hat. Es zeichnete sich aber eine deutliche Mehrheit für eine Kreisbeteiligung an dem Regionale-Projekt ab. CDU, SPD und Grüne signalisierten ihre grundsätzliche Zustimmung. Die FDP steht dem Projekt auch positiv gegenüber. Fraktionsvorsitzender Axel Hoffmann waren aber die Informationen in der Verwaltungsvorlage noch zu dürftig. Er sah auch keinen "Zeitdruck" für eine Entscheidung. Mit Blick auf die zurzeit unklare Situation bei der Regierungsbildung beim Land in Düsseldorf fehlten Hoffmann auch klare Aussagen zur Bezuschussung des Projektes.
Eindeutig positionierten sich CDU und SPD. CDU-Fraktionsführer Detlef Seidel: "Für uns sind die Kreisinteressen vorrangig. Nix gegen Altena, aber es ist unsere Burg. Der Aufzug und das Regionale-Projekt sind die letzte Chance für einen Besucherzuwachs. Die Burg kostet uns immerhin rund eine Million Euro Unterhalt pro Jahr." Angelika Machelett (SPD) argumentierte: "Wenn wir die Fördermittel nicht abgreifen, dann werden es andere tun. Wir haben schon viel in die Burg investiert. Lassen sie uns das auf den Weg bringen." Dass man den Eigenanteil an den rd. 5,7 Millionen Euro Kosten im Blick behalten müsse, sei selbstverständlich. Die einzige Fraktion, die sich klar gegen den Burg-Aufzug aussprach, war die UWG. Fraktionsvorsitzender Gertitschke: "Auch Fördergelder sind Steuergelder."
Dass eine Entscheidung nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden kann, verdeutlichte Bernd Skowronnek, Fachbereichsleiter Zentrale Dienste beim Kreis: "Um den dritten Stern zu bekommen, muss das Projekt bis August angemeldet sein, damit im Oktober eine Entscheidung fallen kann."


