Neuer Ruhrbischof beim Landrat

Der neue Ruhrbischof zu Besuch im Kreishaus: (von links) Kreiskämmerer Fritz Heer, Landrat Thomas Gemke, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Kreisdechant Johannes Boxtermann.
Der neue Ruhrbischof zu Besuch im Kreishaus: (von links) Kreiskämmerer Fritz Heer, Landrat Thomas Gemke, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Kreisdechant Johannes Boxtermann.
Landrat Thomas Gemke und den Bischof von Essen, Dr. Franz-Josef Overbeck, plagen die gleichen Sorgen. Die finanziellen Ressourcen werden immer knapper. Das wurde deutlich beim Antrittsbesuch des neuen Ruhrbischofs am Donnerstag, 10. Juni 2010, im Lüdenscheider Kreishaus. Dr. Franz-Josef Overbeck, der im Dezember in sein Amt eingeführt worden war, kam in Begleitung von Kreisdechant Johannes Boxtermann, mit dem er zuvor seine Rundreise in den sechs Pfarreien und Einrichtungen des Kreisdekanats Altena-Lüdenscheid absolviert hatte. "Der Besuch bei Ihnen ist sozusagen mein Abschluss", so Overbeck, der auch viele Gespräche mit Kirchenvorständen und Laien-Vertretern vor Ort geführt hatte. Bis Ende des Jahres will der Ruhrbischof seine Antrittsbesuche in allen 43 Pfarreien des Bis-tums Essen absolviert haben. Trotz der angespannten Finanzlage auch in den Kirchen, konnte Dr. Franz-Josef Overbeck dem Landrat eine gute Nachricht mitbringen: "Die Zukunft der 43 Pfarreien ist gesichert." Ein gutes Zeichen sei auch trotz aller Probleme die es zurzeit in der Katholischen Kirche gebe, dass die Zahl der Kirchenaustritte zwischen Januar und März weniger seien als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Der Kreishaushalt müsste eigentlich Sozialhaushalt heißen", machte Kreiskämmerer Fritz Herr im Gespräch mit dem Ruhrbischof auf die angespannte Finanzlage des Kreisetats aufmerksam. Zwei Drittel der Ausgaben gehen in den Sozialbereich, es gebe enorme Steige-rungsraten bei der Heimunterbringung. "Das kostete den Kreis pro Kind und Monat zwischen 3.600 und 5.000 Euro", so Heer. Schwerer als andere Regionen habe den Kreis auch die Wirtschaftskrise getroffen. Die Anzahl der Arbeitslosen sei um 49 Prozent gestiegen. "In NRW wa-ren es zehn Prozent". 47 Prozent der Pflegeheimbewohner bekämen Leistungen vom Kreis. In den vergangenen zehn Jahren sei die Mehrbelastung im Sozialbereich um 100 Millionen Euro gestiegen, für nächstes Jahr werde ein Haushaltsloch von 24,5 Millionen Euro befürchtet. "Wie das weiter geht, weiß niemand. Wir hoffen jetzt ein wenig auf Berlin." Hoffnung schöpfen alle Gesprächsteilnehmer auf die nachweislich wieder anziehende Konjunktur. "Im Märkischen Kreis fanden im Mai 1.100 Arbeitslose wieder einen neuen Job", so Fritz Heer. Als gute Einrichtung, die auch weitergeführt wird, bezeichneten sowohl die Kirchenvertreter als auch der Landrat die regelmäßigen Gespräche mit den Kreisdechanten und Superintendenten auf Kreisebene. "Daran wollen wir auf jeden Fall festhalten", so Thomas Gemke.