Lösung für Busverkehr im Iserlohner Norden

Fahrpläne sollen mit Kreis abgestimmt werden

Der Öffentliche Personennahverkehr, speziell die Schülerbeförderung im Iserlohner Norden, war das zentrale Thema im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr des Märkischen Kreises. Ausführlich beschäftigten sich die Kreispolitiker am Dienstag, 08. Juni 2010, mit der massiven Kritik von Eltern und Schülern an der Busverkehr Ruhr-Sieg (BSR). Die BSR hat gemeinsam mit der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) die Linienkonzession, die Betriebsführung obliegt aber der BSR allein. Deren Prokurist und Leiter des RegioCenters Ruhr-Lippe, Ralf Greulich, stellte sich den mas-siven Vorwürfen im Ausschuss. Er machte deutlich, die BSR fahre im Iserlohner Norden jähr-lich ein Defizit von 150.000 Euro pro Jahr ein. Anders als die Märkische Verkehrsgesellschaft, deren Verluste von bis zu 15 Millionen Euro von der öffentlichen Hand ausgeglichen würden, müsse die BSR kostendeckend arbeiten. Im Schülerverkehr zum Schulzentrum Hemberg würden jeden Morgen sieben Busse eingesetzt. "Die ersten beiden, frühen, sind ständig halb leer", so Greulich, der sich überrascht zeigte, dass die massive Kritik bei seinem Verkehrsunternehmen nicht angekommen ist. Ähnlich argumentierte Wolfgang Ewald, beim Kreis für den ÖPNV zuständiger Fachbereichsleiter: "Die Probleme sind an uns als Aufgabenträger von der Stadt Iserlohn nicht herangetragen worden." Dass keine Beschwerden bei der BSR angekommen seien, könne ja auch daran liegen, "dass bei Ihnen nie jemand erreichbar ist", so Karsten Meininghaus (CDU). Die Unzufriedenheit mit der Schülerbeförderung manifestierte sich auch im Antrag der Bündnisgrünen. Die hatten angeregt, die Konzession für die Linien der von der BRS auf die MVG zu übertragen. Fraktionsmitglied Marcus Tillmann plädierte dafür, die Schülerbeförderung von einer pauschalen auf eine tatsächliche finanzielle Förderung umzustellen. Nur wenn ein Schüler ge-fahren werde, dürfe es auch einen Zuschuss geben. Zum Vorschlag Ralf Greulich: "Ohne die Schülerbeförderung gäbe es den gesamten ÖPNV nicht mehr. Nur für fünf Leute kann man nicht bis in den Abend hinein Busse fahren lassen." Letztlich stimmten alle Ausschussmitglieder für den Vorschlag der Verwaltung. Die hatte eine neue Angebotskonzeption vorgelegt. Sie ist zudem von der Politik beauftragt, die künftigen Fahrpläne im Detail mit der Busverkehr Ruhr-Sieg abzustimmen. "Dabei sind insbesondere die Bedürfnisse der Fahrgäste im Berufs- und Ausbildungsverkehr sowie an den Tagesrandlagen zu sichern." Die Bündnisgrünen verzichteten auf eine Abstimmung zu ihrem Antrag. Die Ausschussmitglieder nahmen ferner die geplante Angebotskonzeption für das südliche Kreisgebiet zur Kenntnis. "Auch Märker sind Sauerländer": Davon ist Thomas Weber überzeugt. Der Geschäftsführer des Sauerland-Tourismus e.V. stellte die Ziele der Tourismusförderer aus Fredeburg vor. "Das Sauerland ist nicht nur Winterberg und Willingen. Es gibt viele Klein- und Großode", so Weber. Wichtig sei die Marke Sauerland, die gelte es zu stärken. Die Schwerpunktthemen der Touris-musförderung sieht der Geschäftsführer in den Bereichen Wandern ("da besteht die Chance zur Marktführerschaft"), beim Radfahren, Wintersport, Gesundheit/Wellness, Familien und dem Tagestourismus. Während im Hochsauerland mehr der Sport im Mittelpunkt stehe und Soest mehr der Gesundheitskreis sei, stehe der Märkische Kreis für seine kulturelle Vielfalt. "Wir müssen im Sauerland dringend auf Zukunft setzen, nicht so sehr in Landschaft und Fachwerkverharren", so Weber. Dazu gehöre auch eine gute, zertifizierte Gastronomie. "Qualität beginnt schon an der Würstchenbude."