270 Sportlerinnen und Sportler ausgezeichnet
Aktive mit körperlichen Einschränkungen im Mittelpunkt
Die Menschen im Märkischen Kreis sind außergewöhnlich sportbegeistert. Das zeigte sich einmal mehr bei der Ehrung der erfolgreichen Aktiven im Berufskolleg des Kreises an der Hansaallee in Iserlohn. 270 Jungen und Mädchen, Männer und Frauen, wurden von Landrat Thomas Gemke sowie dem Vorsitzenden des Kreissportbundes, Franz-Josef Bomnüter, für ihre herausragenden Leistungen im vergangenen Jahr ausgezeichnet.
Zum 22. Mal hatte der Kreis am Freitag, 20. Mai 2010, zu dieser Feierstunde eingeladen, in der die Sportler ihre Urkunden und Medaillen erhielten. Im Mittelpunkt stand dieses Mal das Thema "sportliche Leistung trotz körperlicher Einschränkung." Einer, der wie kein Zweiter für diese These in seinem Sportlerleben steht, ist der Plettenberger Versehrtensportler Friedrich Kampmann. "Mister Sportlerehrung" betreibt seit 30 Jahren aktiv Leistungssport, wurde bisher bei fast jeder Feierstunde ausgezeichnet. Friedrich Kampmann fehlte nur ein Mal we-gen Krankheit.
"Dass Menschen körperliche Einschränkungen haben, heißt doch nicht, dass sie nicht außergewöhnliche Leistungen vollbringen können", so Kampmann. "Jeder, der diesen Menschen den nötigen Respekt versagt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es ihn selbst durch Krankheit oder Unfall jederzeit treffen kann." Für seine Leistungen und Lebenseinstellung erhielt der Plettenberger viel Beifall.
"Jeder Wettkampf beginnt mit dem Training. Nicht nur der Spitzensport, auch der Breitensport ist wichtig. Seinen inneren Schweinehund zu überwinden und Sport zu treiben, ist allemal eine größere Leistung als nur Fernsehsportler zu sein", erklärte Landrat Thomas Gemke. Stolz zählte der Landrat auf: "In den mehr als 600 Sportvereinen im Kreisgebiet treiben über 120.000 Menschen Sport", so Gemke, der selbst regelmäßig joggt. Er dankte den vielen Ehrenamtlichen, die sich meist unentgeltlich in den Dienst der Vereine stellen. Ob Übungsleiter oder Eltern, die oft Fahrbereitschaft für ihre Sport treibenden Kinder seien, ohne sie könnten die Jugendlichen nicht so erfolgreich sein. "Sie sind gute Botschafter unseres Märkischen Kreises. Stellen Sie sich auch nach ihrer aktiven Laufbahn als ehrenamtliche Helfer, Betreuer oder Trainer zur Verfügung", bat der Vorsitzenden des Kreissportbundes, Franz-Josef Bomnüter.
Im Forum des Berufskollegs des Kreises wurden 112 Einzelsportler geehrt. Darunter Weltmeister, Europameister, Deutsche Meister, Landes- und Westfalenmeister. 15 Mannschaften wurden ausgezeichnet sowie 30 Männer und Frauen, die das Deutsche Sportabzeichen in Gold mit der Zahl 30, 35 oder 40 abgelegt hatten. Stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Helfer und Trainer rückte Landrat Thomas Gemke Thomas Machatzke in den Mittelpunkt. Der Schalksmühler war 16 Jahre lang Vorsitzender bei den Handballern der JHG Mark-Süd sowie 17 Jahre lang Vorsitzender des Schachclubs 1959 Schalksmühle-Hülscheid.
Dass körperliche Einschränkungen keineswegs hinderlich für eine bedeutende sportliche Karriere sein müssen, stellte Holger Wölk aus Dortmund heraus. Bei einer Gesprächsrunde mit Moderator Rudi Müllenbach erzählte der sechsmalige Paralympics-Teilnehmer im Schwimmen aus seinem Leben. Wölk sammelte 153 Medaillen, hielt sieben Jahre lang den Weltrekord über 100 Meter Freistil und ist mit dem silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet. Mit in der Runde auch Bettina Morgan. Die Lehrerin betreut die Leichtathleten der Felsenmeerschule Hemer, die beim Paralympics-Landessportfest den dritten Platz belegten. Sie wünscht sich vor allem mehr Unterstützung und Sponsoren für ihre sportlichen Schülerinnen und Schüler.
Für den musikalischen Rahmen mit viel verdientem Beifall bedacht wurde die Sportlerehrung des Kreises von der Charly Sunshine Band der Carl-Sonnenschein-Schule in Iserlohn-Sümmern.


