Neubürger in der Natur des Märkischen Kreises

Herkulesstaude
Herkulesstaude

Mit Beginn der Vegetation treten im Märkischen Kreis wieder einige gebietsfremde Arten auf, die sich auf Dauer auch nicht verhindern lassen. Dazu gehören z.B. der Japan-Knöterich, das Drüsige Springkraut oder die Herkulesstaude, die vor allem im Bereich der Fließgewässer zu finden sind. Eine generelle Bekämpfung dieser Pflanzen mit dem Ziel sie vollständig wieder aus der heimischen Region zu verdrängen, ist aus der Sicht des Naturschutzes kaum möglich, zumal auch zukünftig immer wieder neue Arten eingeschleppt werden. Darauf weist der Fachdienst Naturschutz und Landschaftspflege des Märkischen Kreises hin. In den vom Märkischen Kreis betreuten FFH- und Naturschutzgebieten wird die Entwicklung allerdings besonders beobachtet und es wird bei einer Beeinträchtigung schutzwürdiger heimischer Lebensgemeinschaften eingegriffen. Darüber hinaus können lokale Maßnahmen sinnvoll sein, wenn es z. B. wie im Fall der Herkulesstaude darum geht, gesundheitliche Gefahren abzuwenden.

Als Neubürger in der Natur bezeichnet die Wissenschaft Pflanzenarten und Tierarten, die erst seit der Entdeckung Amerikas in der heimischen Region vorkommen. Durch den Handel mit Waren und Gütern aus fernen Ländern und durch den fortschreitenden Klimawandel nimmt die Zahl der eingeschleppten Arten zu, wobei einige Arten es schaffen, sich dauerhaft einzubürgern. Doch ob eine fremde Art ökologischen, wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Schaden anrichtet, erweist sich leider immer erst dann, wenn sie sich bereits ausgebreitet hat.

Einige dieser "Neubürger" fügen sich in die heimischen Lebensgemeinschaften ein, andere Arten breiten sich schnell aus, bilden große zusammenhängende Bestände und können die ursprünglichen Pflanzen und Tiere verdrängen. Solche Arten werden als "invasiv" bezeichnet. Es ist nicht auszuschließen, dass dadurch die heimische Flora und Fauna auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene geschädigt werden kann. Dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen, das solchen fachlichen Fragen nachgeht, ist bisher aber auch kein Fall bekannt, in dem aufgrund invasiver Arten in einem ganzen Naturraum heimische Arten verdrängt oder gar ausgestorben sind.

Weitere Informationen zu diesem Thema sind auf der Homepage des Märkischen Kreises unter der Rubrik "Umwelt - Naturschutz und Landschaftspflege - Landschaft" erhältlich.