Mehrheit der Migranten will in Deutschland bleiben
Studierende legen Ergebnis ihrer Projektarbeit vor
Mangelnde Sprachkenntnisse sowie geschlechtsspezifische Bedenken sind die vorrangigen Hemmnisse einer sogenannten "kultursensiblen Pflege". So steht es im Bericht von acht Studierenden der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Hagen. "Ältere Migranten im Märkischen Kreis - eine Herausforderung für die Gesundheitsversorgung und Pflege", so der konkrete Projektauftrag für Nachwuchskräfte von der Polizei, dem Märkischen Kreis sowie den Städten Hattingen, Arnsberg und Menden. Unterstützt wurde die Arbeit der jungen Männer und Frauen, die von Prof. Dr. Gunter Warg begleitet wurde, vom Fachdienst Pflege und der Koordinierungsstelle Integration des Märkischen Kreises. Vor hier war auch die Idee für das Projekt gekommen.
"Integration ist für uns Kommunen ein ganz wichtiges Thema - von der Sprachförderung bis zu den älteren Migranten", so Landrat Thomas Gemke bei der Präsentation der Arbeitsergebnisse vor fast 40 Vertretern aus Kommunen, Institutionen, Verbänden und Einrichtungen im Kreishaus Lüdenscheid. Gemke dankte den Studierenden für ihre ausgezeichnete Arbeit. Auf 242 Seiten hatten die jungen Damen und Herren die Resultate ihrer zweimonatigen Recherchen zusammengefasst.
Sie stellten bei der Befragung von Migranten unter anderem diese interessanten Details fest: Nur 6,8 Prozent der Interviewten wollen im Alter zurück in ihr Heimatland, 54,1 Prozent wollen auf jeden Fall dauerhaft in Deutschland bleiben. 22,6 Prozent haben sich zum Ziel gesetzt, als Senioren teilweise in Deutschland und in ihren Herkunftsländern zu leben. Wie wichtig das Thema Integration ist, belegt auch folgende Zahl. 29 Prozent der Bevölkerung im Märkischen Kreis (Jahr 2007) stellen Menschen mit Migrationshintergrund. Bundesweit sind es nur 19 Prozent. 44.667 Einwohnerinnen und Einwohner sind Ausländer. Dies entspricht einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von zehn Prozent.
Bei der Untersuchung ist ebenfalls heraus gekommen, dass 90 Prozent der befragten Migranten im Alter auf die eigene Verwandtschaft setzen. Sie gehen davon aus, dass sie von einem Familienmitglied gepflegt werden. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse wird der Märkische Kreis demnächst auf seiner Internetseite veröffentlichen.


