MJO auf großer Fahrt "Über die Weltmeere"

Orchestermitglieder berichten über die Proben in Morsbach – Stephan Quandel stellt das Programm vor

Schon vormittags schallen aus allen Ecken der Jugendherberge Morsbach Teile des diesjährigen Programms des Märkischen Jugendsinfonieorchesters: Aus dem Blechbläserraum tönt die Anfangsfanfare zur Filmmusik von „Sea Hawk", die Holzbläser üben fleißig die Ouvertüre zu Bernsteins „Candide", und die Geigen proben den Donauwalzer.

Schon zum vierten Mal war das Märkische Jugendsinfonieorchester, kurz MJO, das sich in Trägerschaft des Märkischen Kreises befindet, zu Gast in der Jugendherberge Morsbach. Dort wurden die jungen begeisterten Musiker wieder einmal herzlich aufgenommen. Unter der Leitung der Dirigentin Carolin Nordmeyer probte das Orchester gemeinsam im Gertrudisheim Morsbach. Auch über die regulären Proben hinaus hörte das Musizieren nicht auf. Noch abends nach der letzten Probe wurde zusammen gespielt, improvisiert und die gemeinsame Freizeit zum gemütlichen Beisammensein genutzt. Den Höhepunkt der Phase stellte die Silvesterfeier dar, die mit Spiel, Spaß und Spannung gefüllt war.

Nach Abschluss der Probephase wird das Neujahrsprogramm am 09.01.2010 um 19.30 Uhr im Kulturhaus Lüdenscheid, am 10.01. um 17.00 Uhr im Festsaal Riesei in Werdohl und am 17.01.2010 um 11.00 Uhr in der Rohrmeisterei Schwerte aufgeführt. Auf dem Programm steht dieses Mal ein Neujahrskonzert unter dem Motto „Über die Weltmeere", das über die klassischen Neujahrsstücke, Musicalauszüge und Filmmusik hinaus auch bekannte Arien aus verschiedenen Opern und Operetten beinhaltet. Dazu singt die Sopranistin Ljiljana Winkler, die Musikstipendiatin der Märkischen Kulturkonferenz 2009.

Einen Vorgeschmack auf das Konzert gibt Stephan Quandel, der Informationen zu den einzelnen Stücken zusammengestellt hat.

Den Anfang macht Musik aus dem Seeabenteuer "The Sea Hawk" (deutsch: der Herr der sieben Meere). In dem Film von Michael Curtiz aus dem Jahre 1940 mit Errol Flynn in der Hauptrolle wird der Kampf um die Beherrschung der Meere zwischen England und Spanien geschildert. Erich Wolfgang Korngold steuerte die wild emotionale, abwechselungsreiche, mal kämpferische mal elegische Filmmusik bei. Es folgt ein Medley der beliebtesten Melodien aus dem Piratenfilm "Fluch der Karibik". Die Filmmusik des Kassenschlagers, dessen erster Teil 2003 erschien, stammt von Klaus Bardelt und gehört zu den bekanntesten des Genres. Vielleicht noch populärer ist die Musik aus dem Film "Titanic", der insgesamt 11 Oscars erhielt, unter anderem für die Filmmusik von James Horner.

In der Arie „Quel guardo il cavaliere" aus der Oper "Don Pasquale" von Gaetano Donizetti (1843) kann die Solistin Ljiljana Winkler, Musikstipendiatin der Märkischen Kulturkonferenz, in virtuosen Passagen ihr ganzes Können präsentieren. In seiner 1843 entstanden Oper „Don Pasquale" lässt Donizetti ein verwirrendes, gleichwohl amüsantes Verwechslungsspiel entstehen, bei dem die Protagonistin Norina den etwas in die Jahre gekommenen Junggesellen Don Pasquale heiraten, dann aber vergraulen soll. Die Arie „Quel guardo il cavaliere" singt sie, als sie einen Liebesroman liest und behauptet, alle Männer verführen zu können.

Um Lebenslust und Liebe geht es auch in der Oper "La Traviata" (1853) von Giuseppe Verdi. Violetta  lebt unglücklich mit einem Baron zusammen, liebt aber einen anderen. Sie will ihrer Lebenslust frönen und nicht die Freiheit verlieren, was ihr durch ihre Verbindung zum Adel droht. In der Arie „È strano... sempre libera" denkt sie über Alfredo als ihren Geliebten nach, als er auf einem Ball um ihre Hand anhält.

Nicht fehlen darf auf dem Programm die Operette "Die Fledermaus" (1874) von Johann Strauß. In einem Stück, in dem nichts so ist, wie es scheint, verkleidet sich ein Hausmädchen für einen Ball und flirtet dort mit ihrem Hausherrn und führt ihn an der Nase herum. Doch auch des Herrn Gemahlin erscheint auf dem Ball und überführt ihren Gatten. Zu hören sein wird die Arie des Hausmädchens Adele. Zur Abrundung des Themas Oper gibt es die berühmte „Gewittermusik" aus Rossinis Oper „La Cenerentola" (Aschenputtel).

Ursprünglich war „Candide" eine zweiaktige Operette auf einen Text des französischen Philosophen Voltaire, die 1956 mit der Musik Leonard Bernsteins uraufgeführt wurde. Das Stück erwies sich aber als großer Misserfolg, weshalb es 1973 umgearbeitet wurde zu einem einaktigen Musical. Bernsteins Musik wurde aber fast unverändert übernommen. Am bekanntesten ist die Ouvertüre, die oft im Konzertsaal zu hören ist, so auch als Auftakt des Neujahrskonzerts des MJO.

„On the town" ist das erste Musical Bernsteins aus dem Jahre 1944. Dem Werk liegt eine amüsante Komödienhandlung um drei junge Matrosen auf Frauenjagd zugrunde. 1968 stellte Bernstein drei Tanzszenen zu einer kleinen Suite zusammen. Die Musik ist stark rhythmisch und enthält auch jazzartige Elemente.

Zum Kehraus ertönt „An der schönen blauen Donau". Johann Strauss schrieb seinen bekanntesten Walzer 1866. Er gehört traditionell zum Abschluss des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker und führt den Hörer breit tanzend in das neue Jahr hinein. Auch das MJO wird sein Neujahrskonzert mit dem Donauwalzer beenden, der eine sanfte Walzermelodie bringt, die von mehreren Episoden abgelöst wird und am Ende strahlend wiederkehrt.

Die Termine des Neujahrskonzerts sind: Samstag, 09.01.2010, 19.30 Uhr, Kulturhaus Lüdenscheid; Sonntag, 10.01.2010, 17.00 Uhr, Festsaal Riesei, Werdohl und Sonntag, 17.01.2010, 11.00 Uhr, Rohrmeisterei Schwerte (Familienkonzert). Die Eintrittskarten für das Werdohler Konzert kosten 15,00 € für Erwachse und 10,00 € für Schüler, Jugendliche und Studenten.

Der Eintritt für das Familienkonzert in Schwerte ist auch von den Eintrittspreisen familienfreundlich und beträgt 10,00 € für Erwachsene, 5,00 € für Jugendliche etc. und für Kinder unter 14 Jahren: 2,00 €.  Die Eintrittskarten gibt es bei den folgenden Vorverkaufsstellen:

Ruhrtal-Buchhandlung, Hüsingstr.20, Schwerte
Ruhr Nachrichten, Geschäftsstelle Eintrachtstraße, Schwerte
Wochenkurier, Friedensstraße, Schwerte
Reimann's Laden, Kirchstr. 12 ,Schwerte-Ergste
Schreibwaren Krieter, Scherlingstraße, Iserlohn-Hennen
und im Fachdienst Kultur des Märkischen Kreises (Tel.: 02352/9667044)