Kreis will Flüsse wieder ans Licht holen

Für tolle Landschaft lohnt der Einsatz

75 Prozent der Fläche im Märkischen Kreis sind Landschaftsschutzgebiet, 3.000 Hektar (127 insgesamt) Naturschutzgebiet. Es gibt 324 Naturdenkmale und zwei Naturparke sowie fast 500 geschützte Landschaftsbestandteile. Für diese intakte Umwelt und tolle Landschaft lohnt es sich, sich einzusetzen - auch politisch. Das sagte Friedrich-Wilhelm Korspeter, Fachdienstleiter Naturschutz und Landschaftspflege beim Märkischen Kreis, am Dienstag, 25. November 2009, in der Sitzung des Ausschusses für Abfallwirtschaft, Umweltschutz und Planung. Korspeter und seine Fachdienstleiter-Kollegen Markus Geisbauer (Technischer Umweltschutz) sowie Johannes Bayerschen (Abfallwirtschaft, Bodenschutz und Wasserbau) nutzten die erste Sitzung des Ausschusses in der neuen Wahlperiode, um die Aufgaben sowie Zuständigkeiten ihrer jeweiligen Fachdienste vorzustellen. Nicht nur der neue Vorsitzende, Dominik Petereit (FDP), auch die neuen Kreistagsabgeordneten und sachkundigen Bürger der übrigen Fraktionen hörten aufmerksam zu. Besonders erfreut zeigte sich Korspeter über den großen Zuspruch beim Thema Vertragsnaturschutz. „Wir waren mit die Ersten und haben inzwischen 1.000 Hektar Fläche von 170 Landwirten im Märkischen Kreis unter Vertrag."

Markus Geisbauer, beim Kreis auch zuständig für das illegale Abfalllager von WEKA in Iserlohn, zeigte anhand von beeindruckenden Fotos, mit welchen Umweltsünden seine Mitarbeiter und er täglich zu tun haben. Aber es gab auch positive Beispiele, etwa aus dem neu dem Kreis übertragenen Bereich Lärmschutz. „Manchmal reicht es schon, mit den Grundstückseigentümern vernünftig zu reden." Die für alle drei Fachdienste zuständige Fachbereichsleiterin, Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper, unterrichtete die Ausschussmitglieder über die bevorstehende Vergabe der Räumung des illegalen Lagers in Iserlohn-Sümmern. „Wir lassen nur noch mal die Rechnungsprüfung über den Vertrag schauen, dann können wir den Zuschlag erteilen." Dienstel-Kümper rechnet mit Kosten für den Kreis in Höhe von bis zu einer Million Euro. „Wir wissen immer noch nicht, was in den Gebinden wirklich drin ist." Sie hoffe nur, dass bis zu ihrer Pensionierung nicht noch einmal ein solches illegales Lager auftauche.

„Ein Kreis packt aus - Wir befreuen unsere Flüsse und Bäche": So lautet der Titel eines Projektes, das der Märkische Kreis im Rahmen der Regionale 2013 angemeldet hat. Ein Themenbereich, in den Johannes Bayerschen eingebunden ist. Und darum geht es: Der Kreis verfügt über rund 226 Kilometer Flusslauf. Viele Flüsse und Bäche wurden im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verrohrt oder überbaut. Dienstel-Kümper berichtete aus ihrer Heimatstadt Meinerzhagen. „Wer weiß schon, dass die Volme mitten durch die Stadt verläuft. Davon sieht man nichts." Der Kreis sieht sich mit seinem Vorstoß in Einklang mit der neuen EU-Wasserrahmenrichtlinie. Die Regionale 2013 biete nun die Möglichkeit, sich mit wegweisenden Maßnahmen und Projekten der Region zu präsentieren und damit die Flüsse und Bäche wieder in die Wahrnehmung der Menschen zu bringen. Durch das Öffnen der Flüsse und Bäche hätten der Märkische Kreis sowie seine Kommunen die Chance, nicht nur durch Renaturierungsmaßnahmen die Gewässerstruktur und Gewässergüte zu verbessern, sondern auch aktiven Hochwasserschutz zu betreiben. Letzteres könne Schäden minimieren. Darüber hinaus werde der Freizeit- und Erholungswert deutlich gesteigert.